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Bolfrashaus Mai 2016 © Stadt Frankfurt (Oder) Diagonale © Stadt Frankfurt (Oder)
citykultur
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Kooperationsbereiche

Eine regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice begann in den 50ern Jahren mit der Vereinbarung über gegenseitige Hochwasserhilfe. Im Laufe der Zeit wurde die Kooperation weiterentwickelt und erstreckte sich auf weitere Lebensbereiche. Grundlage für die heutige grenzüberschreitende Zusammenarbeit beider Städte und die Arbeit des Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrums ist der Frankfurt-Słubicer Handlungsplan 2010-2020. Der Handlungsplan beruht auf den Ergebnissen der Frankfurt-Słubicer Zukunftskonferenz, bei der über 200 Bürgerinnen und Bürgern beider Städte im Juni 2009 eine Zukunftsvision für die Doppelstadt entworfen haben. Die Ergebnisse wurden unter der Leitung der damaligen Stadtoberhäupter Martin Patzelt und Dr. Ryszard Bodziacki weiter ausgearbeitet und schließlich am 29. April 2010 als Frankfurt-Słubicer Handlungsplan 2010-2020 von beiden Stadtverordnetenversammlungen beschlossen. Am 8. Mai 2014 verabschiedeten die Stadtverordneten von Frankfurt (Oder) und Słubice auf einer gemeinsamen Sitzung im Collegium Polonicum die Vorlage zur Aktualisierung des Frankfurt-Słubicer Handlungsplans in Hinblick auf die EU-Förderperiode 2014-2020. Mit dem Beschluss wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice an drei gemeinsamen strategischen Oberzielen ausgerichtet:

1. Nachhaltige, grenzüberschreitende Stadtentwicklung
2. Gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung, grenzüberschreitende Forschung und mehr Beschäftigung
3. Internationaler Bildungsstandort

Die strategischen Oberziele sind mit 15 Entwicklungszielen und insgesamt 46 Projektvorhaben für den Zeitraum 2014-2020 konkretisiert. Das Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum koordiniert die Umsetzung des Handlungsplans und unterstützt die Fachverwaltungen darin, für die neuen Projektansätze entsprechende Förderanträge vorzubereiten. Die aktualisierte Fassung des Handlungsplans berücksichtigt die Prioritäten folgender Strategien: Europa 2020, EFRE Brandenburg 2014-2020, Entwicklungsstrategie der Wojewodschaft Lubuskie, Operationelles Programm der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit Brandenburg – Lubuskie 2014-2020.

Auszeichnungen für die Zusammenarbeit von Frankfurt (Oder) und Slubice:

Kommunalpolitischer Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung (2018)

In 2017 reichte das Kooperationszentrum im Namen der Städte Frankfurt (Oder) und Słubice eine Bewerbung um den Kommunalpolitischen Preis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung 2018 ein. Mit dem Preis sollte eine Kommune oder Region für die Zusammenarbeit mit einer europäischen Partnerkommune oder -region ausgezeichnet werden. Eine der Bedingungen war, dass die Zusammenarbeit nachhaltig positive Auswirkungen auf das Leben vor Ort hat und einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Idee leistet. Von entscheidender Bedeutung waren auch nachweisbare Auswirkungen der Zusammenarbeit in den folgenden Bereichen: Stärkung der lokalen Demokratie, Verbesserung der Daseinsvorsorge, Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, Stärkung der Wirtschaftskraft, Förderung der europäischen Integration. Mit dem kommunalpolitischen Preis wurden Frankfurt (Oder) und Slubice für die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit gewürdigt. Am 2. Februar 2018 nahmen Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und sein Słubicer Amtskollege Tomasz Ciszewicz die Auszeichnung in Leipzig entgegen.
Stimmen zur Auszeichnung:
Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke: „Ich bin sehr stolz, dass unsere grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch bundesweit wahrgenommen wird. Die Goerdeler-Stiftung und die Stadt Leipzig würdigen explizit den Mehrwert, den unsere Kooperation für die Bürger und Besucher beider Seiten bringt. Sie wird von vielen mitgetragen. In unserer Doppelstadt nutzen die Einwohner die Vielfalt der Dienstleistungen, Kultur- und Bildungsangebote grenzüberschreitend.“
Bürgermeister Tomasz Ciszewicz: „Dieser weitere Preis, den Słubice und Frankfurt als Doppelstadt erhalten, motiviert uns noch mehr zur weiteren Zusammenarbeit und ist für uns ein Zeichen dafür, dass das, was wir gemeinsam unternehmen, nicht nur gut von unseren Einwohnern aber auch von anderen wahrgenommen wird. Diesen Preis betrachte ich auch als Referenz für unsere gemeinsamen Projekte".

Frankfurt (Oder) und Slubice als »Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen« (2016)

„Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank Stiftung prämierten unser Projekt „Europäische Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice“ als ausgezeichnetes Beispiel für den Mehrwert gemeinschaftlichen Handelns. Unsere Bewerbung hat den Veranstaltern bewiesen, wie sich ein Standort an der deutsch-polnischen Grenze durch geschickte Kooperation zweier Städte stärken lässt. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ wurde 2005 von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gegründet und zeichnet in Kooperation mit der Deutschen Bank Stiftung „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ aus. Beim Wettbewerb 2016 standen Ideen und Projekte im Fokus, die die Potenziale von Nachbarschaft im Sinne von Gemeinschaft, Kooperation und Vernetzung nutzen und dadurch zur Bewältigung gegenwärtiger oder künftiger gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen.
Eine Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern wählte die Europäische Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice gemeinsam mit einem sechsköpfigen Fachbeirat aus über 1.000 Bewerbungen aus, insgesamt wurden 100 Orte ausgezeichnet, darunter Frankfurt (Oder) und Slubice als einziger Träger der kommunalen Selbstverwaltung. Mario Werner überreichte Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und seinem Słubicer Amtskollegen Tomasz Ciszewiczdie Auszeichnung als „Ausgezeichneter Ort“ während der Eröffnung des Hansestadtfestes auf der Stadtbrücke zwischen beiden Städten und betonte: „Eine solche europäische Kooperation bietet der europäischen Doppelstadt Frankfurt (Oder)/ Słubice Chancen. Chancen, das Bildungsangebot zu erweitern, der Abwanderung und dem demografischen Wandel entgegenzuwirken.“

Wettbewerb für modellhafte deutsch-polnische Kooperationsprojekte (2011)

Beim „Wettbewerb für modellhafte deutsch-polnische Kooperationsprojekte", der durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gemeinsam mit dem polnischen Ministerium für Infrastruktur im Mai 2011 ausgelobt wurde, wurde das Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum ausgezeichnet. Die gemeinsame Einrichtung der Stadtverwaltungen Frankfurt (Oder) und Słubice zählt damit zu sechs prämierten Projekten, die innerhalb von 50 Bewerbern ausgewählt wurden.
Die Jury überzeugte, dass das Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum auf den dringenden Bedarf reagiere, die Doppelstadt gemeinsam zu entwickeln und ihre Potenziale zu aktivieren. Demnach verfolge die Kooperation einen umfassenden, integrierten Ansatz der gemeinsamen Stadtentwicklung und erstrecke sich auf alle Wirkungsbereiche kommunalen Lebens. In der Begründung heißt es weiterhin zur Kooperation: „Sie ist sowohl strategisch und langfristig angelegt, als auch projektorientiert und kurzfristig. Die kurzfristige Komponente zeichnet sich durch ein Bündel von Maßnahmen aus, welche die Erfolge der Zusammenarbeit für den einfachen Bürger unmittelbar erleb- und nutzbar machen."
Den Preis nahmen der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke, sein Słubicer Amtskollege Tomasz Ciszewicz wie auch Sören Bollmann und Joanna Pyrgiel vom Kooperationszentrum am 08.11.2011 in der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin entgegen. Die Prämierung der Preisträger erfolgte durch den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Rainer Bomba und den polnischen Vizeminister des Ministeriums für Infrastruktur Janusz Żbik. Die Auszeichnung umfasste eine wissenschaftliche und organisatorische Projektbegleitung bis Herbst 2012 sowie eine Zuwendung in Höhe von 5.000 EUR.