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28.07.2017

Martin Wilke trifft Sohn des Amtsvorgängers Erwin Paul Hinze

Ganz zufällig ergab sich die Begegnung: In der Historischen Halle des Rathauses betrachten Wolfgang Hinze und seine Lebensgefährtin die Galerie der Oberbürgermeister. In dem Gespräch stellte sich heraus, dass Wolfgang Hinze Sohn des ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Erwin Hinze (1909-1972) ist, der die Stadt von 1950-1955 regierte. "Ich bin beeindruckt, wie sich die Stadt in einer gelungenen Symbiose aus Traditionellem und Modernem seit meiner Kindheit entwickelt hat.“, so Hinze.

Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt wurde das Rathaus im Jahr 1953 wieder bezogen. Hinze konnte sich noch gut an das Arbeitszimmer seines Vaters erinnern, das noch heute noch als Büro des Oberbürgermeisters dient. „Nicht nur im Sinne meines Vaters wünsche ich mir, dass die Sanierung des Rathauses zügig vorankommt“., so Hinze.

Informationen zum Rathaus:

Das 1253 erbaute Rathaus von Frankfurt (Oder) ist eines der schönsten und ältesten Bauten der Stadt. Es besteht aus zwei Gebäudeteilen, dem historischen Rathaus und einem dreiflügeligen Erweiterungsbau um einen Innenhof, der 1913 fertiggestellt wurde. Der prunkvolle Südgiebel entstand in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der vergoldete Hering auf dem Giebel steht als Symbol für den einstigen Heringshandel und die Hansestadt. In der Zeit zwischen 1607 und 1610 fand ein Umbau statt, bei dem unter anderem der nördliche Rathausturm hinzugefügt wurde.

Das Frankfurter Rathaus hat einen enormen Sanierungsbedarf und große funktionelle Mängel. Deshalb ist in einem ersten Bauabschnitt ab Sommer 2018 die denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung des Gebäudes sowie die Optimierung der Funktionsbereiche geplant.     

Hintergründe zu Erwin Paul Hinze:

Mit Erwin Hinze wurde in den Nachkriegsjahren ein Kandidat für das neugeschaffene Bürgermeisteramt der kreisangehörigen Stadt nach Frankfurt geschickt, der, anders als seine Vorgänger, keinen näheren Bezug zur Stadt hatte. Von 1947 bis 1949 hauptamtlicher Sekretär im Landesvorstand der SED und anschließend bis zum 30. Juni 1950 Abteilungsleiter im Landesvorstand für das Aufgabengebiet Kommunalpolitik, nahm er am 7. Juli 1950 seine Tätigkeit in Frankfurt (Oder) auf.

Der am 8. August 1909 in Nowawes (Babelsberg) geborene Hinze, gelernter Bootsbauer und bis zum Verbot Mitglied der SPD, begann nach dem Krieg bei der Konsumgenossenschaft Potsdam-Babelsberg. Am 1. Dezember 1945 wurde er Sekretär im SPD-Kreisvorstand Potsdam. Nach der Bildung der SED arbeitete er im SED–Kreisvorstand Potsdam und bald im Landesvorstand. In dieser Zeit wandte sich die DDR vom föderalen Prinzip ab, wurde das politische System weiter zentralisiert. In Hinzes Amtszeit fallen bedeutsame politische Entscheidungen: 1952 entstanden statt der (formal nicht aufgelösten) Länder 14 Verwaltungsbezirke. Frankfurt wurde dadurch Bezirkshauptstadt des neugebildeten Bezirkes Frankfurt (Oder), und kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister an der Spitze. Am 12. September 1952 wählte die Stadtverordnetenversammlung Hinze rückwirkend zum 1. September 1952 als Oberbürgermeister. Nach 1952 wurden die Geschicke der Stadt immer mehr von dem in der Stadt errichteten Rat des Bezirkes und der Bezirksleitung der SED auf Grund zentraler Vorgaben bestimmt. Zu dieser Zeit entstanden entsprechend dem Ministerratsbeschluss vom 1. Februar 1951 die ersten Neubauten in Frankfurt. Mit einem „Sonderinvestitionsprogramm“ errichtete Prof. H. Henselmann die neue Häuser in der Bahnhofstraße (1951-1953).

Nach der Wiederherstellung des Rathauses und dem Einzug des Rates der Stadt 1952 entfaltete sich im Frankfurter Jubiläumsjahr 1953 eine rege Bautätigkeit, an der sich die Frankfurter beteiligten. Zur 700. Jahrfeier konnte die Stadt neben dem Rathaus, auf das neu errichtete Stadion, eine neue Freilichtbühne, den Volkspark (Kleist-Park), ein Pionierhaus und eine Kleistgedenkstätte im Stadtarchiv verweisen.
Am 20. Februar 1955 schied Hinze aus dem Rat der Stadt aus und nahm eine neue Betätigung beim Rat des Kreises Strausberg an. 1961 zog er nach Potsdam. Dort verstarb Hinze am 18. Februar 1972.