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01.03.2017

Musiker-Ehepaar trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt (Oder) ein

Das Goldene Buch der Stadt Frankfurt (Oder) ist um zwei Einträge reicher. Am heutigen Mittwoch trugen sich der Komponist, Chorleiter und Musikerzieher Gottfried Glöckner und dessen Frau Helga Glöckner-Neubert als Dank für ihre musikalisch-künstlerischen Verdienste für die Oderstadt in das Ehrenbuch ein. Vorgeschlagen wurden die Künstler, die von 1975 bis 2015 in der Oderstadt lebten, von der Singakademie Frankfurt (Oder), der Musikgesellschaft Frankfurt (Oder) und ihrer Tochter, Jana Richter-Glöckner.

Gewürdigt werden Glöckners Verdienste zum Ausbau des „inhaltlichen Profils, der künstlerischen Ausstrahlung und Wirksamkeit der Konzerthalle und der Stadt Frankfurt (Oder) als Hort der Musik“, wie es in dem von Dr. Olaf Hypius, Rudolf Tiersch (jeweils Singakademie), Ursula Jung-Friedrich und Dr. Wolfgang Jost (jeweils Musikgesellschaft) eingereichten Antrag heißt.

Der Musiker gehörte zu den bedeutendsten Komponisten in der Oderstadt in der Nachkriegszeit. In seinem Wirken schuf er große Kompositionen in und für Frankfurt (Oder), die bis heute einzigartig sind. Das Aufleben der Musikkultur in den 1970er Jahren in Frankfurt in Verbindung mit der Entstehung der Konzerthalle „Philipp Emanuel Bach“ ist eng mit seinem Namen und Schaffen verbunden.

Die Uraufführung des von ihm komponierten und seiner Frau Helga Glöckner-Neubert gedichteten 8-11-stimmigen Poems „Seid den Kindern zugetan“ wurde am 3. März 1981 im Rahmen der Musikfesttage durch den Knabenchor Poznań unter Leitung Prof. Jerzy Kurczewski in der Konzerthalle aufgeführt und erfuhr eine grenzüberschreitend positive Resonanz. In der Folge wurde das Werk mehrfach in Polen und in vier weiteren europäischen Ländern aufgeführt, auf Wunsch Prof. Kurczewskis innerhalb Polens ausschließlich in deutscher Sprache. Gegenstand des Poems ist das Gedenken an die polnischen Kinder, die Opfer der faschistischen Verbrechen an unserem Nachbarland wurden. Aus den gespendeten Geldern wurde später ein Kinderkrankenhaus bei Warschau gebaut. 

Ein weiteres als herausragend bewertetes Werk ist die Kantate für Solisten, Chor und Orchester „Stadt, an der das Herz hängt“ (ebenfalls eine Koproduktion Glöckners und seiner Frau), komponiert anlässlich der 725-Jahr-Feier Frankfurts im Jahr 1978. Die Uraufführung erfolgte durch die Singakademie Frankfurt (Oder) und das Philharmonische Orchester in der hiesigen Konzerthalle. Im Mittelpunkt des Stücks steht das Lebensgefühl der Frankfurter in der polnischen Nachbarschaft.

Auffällig ist die kompositorische Vielfältigkeit Glöckners. Zu seinen umfangreichen Werken gehören unter anderem

  • die 1. Sinfonie,
  • die vier großen Orchestersuiten,
  • die Koboldsuite (Text: Helga Glöckner-Neubert) als große Orchestersuite mit Sprecher, die in Wittenberg und Halle/Saale aufgeführt wurde,
  • dass Präludium und Passacaglia für Sinfonieorchester,
  • die Assoziationen für Orgel und Klavier über das Thema C-F-E-B-A-C-H,
  • „Deo Gloria“ – Große Messe für Soli, Chor und Orchester,
  • Pacem cantamus für Soli und Chor,
  • die insgesamt 23 Kompositionen zu den Psalmen Davids und
  • das Geistliche Konzert für Soli, Chor und Orchester.

In dem von der Singakademie und der Musikgesellschaft formulierten Antrag hieß es: „Das Chorschaffen für alle Formationen wie gemischte Chöre, Kammerchöre, Männerchöre und insbesondere für Kinderchöre erhielt durch Gottfried Glöckner, zum Teil nach Texten von Helga Glöckner-Neubert, einen wertvollen Liedschatz, mit dem die menschliche Gemeinschaft im Gesangserlebnis gefördert wird. Dieses Schaffen ist ein besonders wertvoller Ausdruck seines humanitären Wirkens.“

Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke würdigte das Schaffen des Komponisten und seiner Frau als für Frankfurt (Oder) prägend bis in die Gegenwart: „Die Kunst hat Sie zusammen- und anschließend nach Frankfurt (Oder) geführt. Ihre Arbeiten sind ein Glücksfall für unsere Stadt. Ihr Erbe wird auch für die Zukunft wachgehalten.“

Die beiden Ausgezeichneten dankten dem in den Siebziger Jahren in Frankfurt (Oder) tätigen Stadtrat für Kultur, Dr. Wilfried Pröger, der das Ehepaar wegen ihrer Arbeiten und ihren kulturellen Beiträgen 1975 an die Oder geholt hatte. „Er hat uns die Möglichkeit eröffnet, etwas völlig Neues auszuprobieren. Ohne ihn hätten wir diese wunderbare Chance für unser Kunst nicht erhalten.“

Das Paar lebt seit 2015 in Altmadlitz (Landkreis Oder-Spree).