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04.04.2022

Vom Kino zum Kunstmuseum

Kulturministerin Schüle, Oberbürgermeister Wilke und BLMK-Direktorin Kremeier präsentieren Sieger des Juryverfahrens zum Umbau des ehemaligen Lichtspieltheaters zum neuen BLMK-Standort in Frankfurt (Oder)

Nächster erfolgreicher Schritt beim geplanten Umbau des ehemaligen ‘Lichtspieltheaters der Jugend‘ zum neuen Standort des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) in Frankfurt (Oder): Kulturministerin Manja Schüle, Oberbürgermeister René Wilke und BLMK-Direktorin Ulrike Kremeier haben heute, Montag, 4. April 2022 den Sieger im Wettbewerbsverfahren zum Umbau des ehemaligen Kinos präsentiert: die BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin.

An dem im Mai 2021 gestarteten europaweiten Realisierungswettbewerb hatten sich insgesamt 43 Teams aus Architektinnen und Architekten sowie Fachplanerinnen und Fachplanern beworben. Aus den Bewerbungen wurden 12 Teams ausgewählt, die ihre Entwürfe der Jury präsentieren konnten. Das elfköpfige Preisgericht hatte den Sieger in seiner Sitzung am 30. März 2022 gekürt.

Kulturministerin Manja Schüle: „Start frei für die Bauplanung! Das Lichtspieltheater ist ein bedeutender Ort der Frankfurter Identität und Teil der Stadt-Seele. Viele Menschen haben zu DDR-Zeiten im Lichtspielhaus Konzerte und Kulturevents besucht und Jugendweihe gefeiert. Der Umbau des Gebäudes vom Kino zum Kunstmuseum ist damit auch ein Stück ostdeutsche Selbstvergewisserung“, so Manja Schüle. „Ich freue mich deshalb umso mehr, dass wir das frühere Kino nach langem Leerstand nun zu einer attraktiven und bundesweit bedeutsamen Kulturstätte entwickeln – und damit wieder zu einem Ort der Begegnung machen können. Der Museumsbau ist das mit Abstand größte Kultur-Investitionsprojekt in dieser Legislaturperiode in Brandenburg. Dass das Projekt auch eine bundesweite Bedeutung hat, sieht man daran, dass der Bund den Ausbau mit 11,5 Millionen Euro unterstützt. Weitere 11,5 Millionen Euro stellen wir als Land bereit. Damit können wir einen verwundeten Ort heilen und dem Gebäude wieder eine Zukunft geben.“

Oberbürgermeister René Wilke: „Kein anderes Gebäude in unserer Stadt symbolisiert seit Jahrzehnten das Lebensgefühl in Frankfurt (Oder) so sehr wie dieses, kein anderes Gebäude findet so viel Interesse und löst zugleich die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement aus wie dieses. Am Alten Kino hängen tausende Erinnerungen, das Haus ist inoffizielles Zentrum der Seele unserer Stadt. Wenn wir jetzt daran gehen können, das Lichtspielhaus der Jugend in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und es einem würdigen neuen Zweck zuzuführen, dann symbolisiert dies die berechtigte Hoffnung auf eine gute Zukunft in einem lebenswerten Frankfurt (Oder). Besonders freue ich mich darüber, dass sich einstimmig ein Entwurf durchsetzen konnte, der großen Respekt vor dem Gebäude und seiner Geschichte zeigt und es zugleich in die neue Zeit transportiert. Mein besonderer Dank gilt all jenen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, die sich in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes stark gemacht haben.“

BLMK-Direktorin Ulrike Kremeier: „Der Architekturentwurf für den Umbau des Lichtspieltheaters zum Frankfurter Standort des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst respektiert die historische Bausubstanz und ihre Bedeutung, schlägt aber einen zeitgenössischen Anbau vor, der sich deutlich vom alten Gebäudeteil absetzt. Dadurch entsteht eine Art von Umarmungsgeste, die sowohl Außen als auch Innen ein wunderbares, zukunftsträchtiges Miteinander von Vergangenheit und Gegenwart verspricht. Mich begeistert, dass die Konzeption des künftigen Museumsbaus mit der historischen Architektur ähnlich umgeht, wie wir uns als Museum unserem Sammlungsbestand annähern. Diese Architektur wird einen würdigen Rahmen für die Kunst herstellen, die Identität des Hauses als sichtbares Zeichen im Stadtraum markieren und einen fantastischen Erlebnisraum für unser Publikum aus Frankfurt (Oder) und andernorts bieten.“

Bernd Jaeger, Gesellschafter der BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin: „Unser Konzept sieht vor, das denkmalgeschützte Lichtspieltheater in neuem Glanz erscheinen zu lassen, seine Qualitäten und Strukturen präzise herauszuarbeiten. Gleichzeitig wird ein neuer Baukörper das bestehende Gebäude dreiseitig umschließen und die neue Nutzung als Kunstmuseum durch eine rote Fassadenbekleidung deutlich sichtbar machen. Alt und Neu werden zu einer stimulierenden und kraftvollen Symbiose vereint. In dem Neubau werden Ausstellungsräume und Depots untergebracht. Der Saal wird auf seine ursprüngliche Größe gebracht und zum kommunikativen Zentrum des neuen Museums. Eine in den Saal eingestellte rote Sitztreppe unterstützt die vielfältigsten Nutzungen des Saals: Vorträge, Workshops, Performances, Kunstfestivals und Kinovorstellungen werden den gesellschaftlichen Diskurs und die kulturelle Teilhabe in Frankfurt (Oder) und in Brandenburg nachhaltig bereichern.“

Das ‘Lichtspieltheater der Jugend‘ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als erstes Lichtspieltheater der Stadt Frankfurt (Oder) gebaut. Nach starken Kriegszerstörungen wurde es 1954 wiederaufgebaut. Später wurde das Filmtheater auch für Konzerte, Kulturveranstaltungen und Jugendweihen genutzt. Im Jahr 1998 wurde das Kino geschlossen, 2019 übernahm die Stadt nach langem Leerstand das unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Sie stellt es der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus–Frankfurt (Oder) für den Bau eines Kunstmuseums zur Verfügung. Der Baustart ist für 2025 geplant, Eröffnung soll voraussichtlich Ende 2028 sein. In dem Gebäude sollen die derzeit verteilten Museums- und Depotflächen an einem Standort zusammengeführt und unter anderem Platz für Museumspädagogik, wissenschaftliches Arbeiten und ein Café geschaffen werden. Dazu soll das frühere Kino umgebaut und erweitert werden.

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) an den beiden Standorten Cottbus und Frankfurt (Oder) wurde im Juli 2017 mit der Fusion der beiden Museen Dieselkraftwerk (dkw) und Junge Kunst (MJK) gegründet. Das Landesmuseum mit seinen insgesamt mehr als 42.000 Kunstwerken ist Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder). Es wird von Ulrike Kremeier geleitet. Das Land unterstützt die Brandenburgische Kulturstiftung in diesem Jahr mit rund 16,7 Millionen Euro.