Ein Angebot für alle – Hürden abbauen, Reichweite stärken!
Vor eineinhalb Jahren schlug die Stadt Frankfurt (Oder) mit der Einführung der Verfahrenslotsin ein neues Kapitel der bürgerzentrierten Beratung auf. Seit dem Start im September 2024 hat sich das kostenfreie und unabhängige Angebot nach § 10b SGB VIII als Unterstützung für Familien mit Kindern und junge Erwachsene mit Behinderungen etabliert.
Positive Zwischenbilanz
Was als neues gesetzliches Mandat begann, hat sich in Frankfurt (Oder) mittlerweile zu einer gefragten Anlaufstelle entwickelt. Im ersten Jahr konnte die Verfahrenslotsin Katrin Bertz bereits zahlreiche Familien durch die komplexen Verfahren der Rehabilitationsträger begleiten.
„Die Resonanz zeigt deutlich, wie wichtig der Bedarf an einer unabhängigen Beratung ist. Wir konnten Barrieren abbauen und sicherstellen, dass junge Menschen die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht“, zieht Katrin Bertz eine positive erste Bilanz.
Hilfe, die ankommt: Beratung und Begleitung
Das Angebot richtet sich an junge Menschen bis 27 Jahre mit (drohenden) körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen sowie deren Familien. Die Schwerpunkte der ersten Zeit lagen insbesondere:
- in der Entlastung der Eltern: Unterstützung bei der Klärung von Zuständigkeiten zwischen Jugend- und Sozialamt sowie weiteren Rehabilitationsträgern;
- in der individuellen Begleitung: Teilnahme an Gesprächen mit unterschiedlichen Rehabilitationsträgern, um die Rechte und möglichen Ansprüche der jungen Menschen zu stärken;
- in der Netzwerkarbeit: enge Zusammenarbeit mit lokalen Trägern, Schulen und unterstützenden Partnerinnen und Partnern.
Besonders die Unterstützung bei der Klärung von Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Ämtern hat sich dabei als Mehrwert für die Frankfurter Familien erwiesen.
Blick in die Zukunft: Auf dem Weg zur „inklusiven Lösung“
Die Arbeit der Verfahrenslotsin ist sowohl eine Einzelfallhilfe als auch ein strategischer Baustein für die Zukunft der Stadtverwaltung. Bis 2028 soll die „inklusive Lösung“ umgesetzt sein, bei der das Jugendamt zur zentralen Anlaufstelle für alle Kinder – mit und ohne Behinderung – wird. Die bisherigen Erfahrungen der Verfahrenslotsin fließen direkt in diesen strukturellen Wandlungsprozess ein (u. a. mithilfe von Halbjahresberichten im Jugendhilfeausschuss).
Die Beratung ist unabhängig, vertraulich und kostenfrei.
Katrin Bertz unterstützt bspw. dabei, zuständige Anlaufstellen oder passende Leistungen zur Teilhabe zu finden.
Kontakt:
Katrin Bertz
Amt für Jugend und Soziales, Logenstraße 8 (Oderturm), 15230 Frankfurt (Oder), 22. Etage
Tel: 0335 552-5071
E-Mail: verfahrenslotse@frankfurt-oder.de
Offene Sprechstunde: Dienstag und Donnerstag: 9.00 bis 12.00 Uhr, 13.00 bis 16.00 Uhr