Angesichts einer an Intensität und Schärfe zunehmenden Debatte über die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland, Brandenburg und Frankfurt (Oder) rufen wir alle Frankfurterinnen und Frankfurter auf, am 17. Januar ab 11 Uhr auf dem Vorplatz des Kaufland-Marktes an der Heilbronner Straße ein deutliches Zeichen für ein weltoffenes, tolerantes und vielfältiges Frankfurt (Oder) zu setzen.
Die weitere Aufnahme von Schutz suchenden Menschen in Frankfurt und den umliegenden Regionen steht nicht zur Debatte. Hundertausende Menschen flüchten aus ihren Heimatländern aus Angst um ihr Leben oder aus prekären Lebenssituationen. Viele von Ihnen sind Christen. Sie alle kommen nicht zu uns, weil sie dies wollen, sondern weil ihre Not sie dazu zwingt. Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, diese Menschen in die Mitte unserer Gesellschaft aufzunehmen statt sie an deren Rand zu drängen und ihnen mit Vorurteilen zu begegnen.
Die Aufnahme und Integration von Asylbewerbern stellt sowohl die zu uns kommenden Menschen als auch unsere Stadt vor Herausforderungen. Wir leugnen nicht, dass es Defizite insbesondere in der Kommunikation zwischen Behörden und den Anwohnern gegeben hat, in deren Nachbarschaft neue Unterkünfte entstehen sollten. Wir als Verwaltung und Politik möchten deshalb besser werden und in einen frühzeitigen und ehrlichen Dialog mit unseren Bürgern treten, um ihre Wünsche und Meinungen aufzunehmen und sie über geplante Schritte rechtzeitig zu informieren.
Gleichwohl stehen wir vor der Herausforderung, weitere Schutz suchende Menschen in unserer Stadt aufzunehmen. Die abendländische Kultur ist geprägt von der Aufklärung und der Toleranz zwischen den Religionen. Dieses liberale Verständnis ist im Grundgesetz verankert. Wer diese Offenheit der Gesellschaft infrage stellt, gefährdet die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.
Wolfgang Neumann Dr. Martin Wilke
Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Oberbürgermeister
Frankfurt (Oder) Stadt Frankfurt (Oder)