Sonder-Thema Stadtumbau
Wie viele andere Städte in Ostdeutschland wird auch Frankfurt (Oder) kleiner. Die Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs machen sich überall bemerkbar. Ziel des Stadtumbaus als Teil der Stadtentwicklung ist die Attraktivität unserer Stadt als Lebens-, Arbeits- und Wohnstandort auch unter schwierigen Bedingungen zu erhalten und zu erhöhen. Im Rahmen des Stadtumbaus soll die Stärkung der Innenstadt, die Reduzierung des Wohnungsüberhangs sowie die Stabilisierung von zentralen Bereichen innerhalb der Stadtumbaugebiete erreicht werden.
Der Stadtumbau ist als wichtiges Thema der Stadtentwicklung in dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2014-2025 (INSEK 2014-2025) enthalten. Das Zentrale Vorhaben 9 „Perspektiven für die Stadtumbaugebiete“ befasst sich ausschließlich mit den Stadtumbaugebieten (ab Seite 187). Zentrale Kernpunkte des künftigen Stadtumbaus werden nachfolgend aufgeführt:
- Die Stadtumbaugebiete Neuberesinchen, Süd, Nord und Zentrum werden weiterhin als Schwerpunkte des Stadtumbaus betrachtet.
- Die räumlich-funktionale Leitlinie „Schrumpfung von außen nach innen bei gleichzeitiger Stärkung der kompakten, räumlich differenzierten Stadt am Fluss“ hat Bestand.
- Der Rückbau oder Teilrückbau von Wohngebäuden ist auf die Plattenbaubeständen der äußeren Stadtumbaugebiete zu konzentrieren. Im Zentrum wird Rückbau lediglich punktuell zur Verbesserung der städtebaulich-funktionalen
Situation durchgeführt.
- Bis 2025 wurde ein Rückbauvolumen von 2.254 Wohnungen ermittelt. Für die Umsetzung des Rückbaus bis 2025 werden drei Zeitabschnitte mit unterschiedlicher Konkretheit der räumlichen Verortung eingeführt. Diese
Herangehensweise sichert ein ausreichend flexibles Vorgehen bei künftigen Entwicklungen. Für den Zeitabschnitt 2014-2017 wurden die Rückbaumaßnahmen von 1.083 Wohnungen in allen vier Stadtumbaugebieten konkret verortet.
Für die Folgejahre wurden Kontingente gebildet (2018-2020 Kontingentbildung pro Stadtumbaugebiet; 2021-2025 Kontingentbildung für die Gesamtstadt), die im Zuge des weiteren Stadtumbauprozesses eine Konkretisierung
erfahren werden.
- Ziel ist es, neben der Schaffung einer attraktiveren, lebendigeren Innenstadt, auch die verbleibenden Siedlungskerne in Neuberesinchen, Süd und Nord zu stabilisieren. Dazu werden für die äußeren Stadtumbaugebiete folgende
gebietsbezogenen städtebaulichen Perspektiven formuliert:
- Stadtumbaugebiet Neuberesinchen: „Wohnen am grünen Stadtrand“
- Stadtumbaugebiet Süd: „Süd – Neue Gartenstadt“
- Stadtumbaugebiet Nord: Hansa Nord: Stadtteil des Sports und innenstadtnahen Wohnens“
Im nächsten Schritt werden die Integrierten teilräumlichen Konzepte (ITK) als Strukturkonzepte für die äußeren Stadtumbaugebiete fortgeschrieben. Es wird darum gehen, den spezifischen Charakter der einzelnen Stadtumbaugebiete weiter herauszuarbeiten und mit entsprechenden Maßnahmen zu untersetzen. Dazu wird der im Zuge der INSEK-Erarbeitung begonnene Partizipationsprozess durch die Öffentlichkeit fortgeführt.
Mit der Einbettung des Stadtumbaus in das INSEK 2014-2025 ist das frühere Stadtumbaukonzept als separates Planungsinstrument entfallen.