Universitätsstadt Frankfurt (Oder)
In der Hoffnung auf eine humanistische Pflanzstätte zog eine aufgeschlossene Jugend - unter ihnen auch der junge Ulrich von Hutten - nach der Universitätsstadt Frankfurt (Oder).Die Alma mater Viadrina begann mit fast 1000 Studenten, der bis dahin höchsten Erstimmatrikulationsziffer einer deutschen Universität. Bis zu ihrer Aufhebung im Jahre 1811 besuchten etwa 70000, darunter fast 3000 Studenten aus den östlich gelegenen Ländern diese Universität.
Die Lehrer der Viadrina wirkten zugleich als hohe brandenburgische Beamte. Lehrende und Lernende wirkten entscheidend an den brandenburgisch- preußischen Reformen vom 16. bis 19. Jahrhundert mit. In den Frankfurter Universitätsmatrikel, in denen die Namen der hier einst weilenden Studenten verzeichnet sind, finden sich solche berühmten Namen wie Thomas Müntzer, Carl Philipp Emanuel Bach, die Gebrüder Humboldt, Samuel von Cocceji, Carl Gottlieb Svarez, Christian Thomasius und der hier im Jahre 1777 geborene große Sohn der Stadt, der Dichter Heinrich von Kleist.
An der Frankfurter Universität lehrte der bedeutende Renaissancegelehrte Jodocus Willich. Philipp Melanchthon, der "Lehrmeister Deutschlands" beriet den brandenburgischen Kurfürsten zur Umgestaltung der Frankfurter Universität und sandte anschließend seinen Schwiegersohn Georg Sabinus an die Oder-Universität.
Als Lehrer waren hier Daniel Ernst Jablonski, der als einer der ersten Nichtengländer die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford erhielt, und Prof. Baumgarten, der Begründer der deutschen Ästhetik, tätig.