Beckmannstraße
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00041
Beckmannstraße
Inkraft getreten: 1931
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 13 - Halbe Stadt
- 32 - Hansa Nord
Ehemalige Straßennamen:
- Wieckestraße, 1908(1991) -2008
- Erich-Weinert-Straße, 1976-1991
Erläuterung aktueller Straßenname:
Johann Christoph Bekmann (auch Becmann oder Beckmann) wurde am 13.September 1641 in Zerbst geboren. Er war ein deutscher Universitätsprofessor, Bibliothekar und Historiker. Bekmanns Eltern waren der reformiert calvinistische Superintendent Christian Becmann, und die Ratskämmerertochter Margarete Enke. Schon jung genoss Bekmann eine umfangreiche Bildung. 18-jährig erreichte er die Universitätsreife und ging 1659 nach Frankfurt(Oder), an die Brandenburgische Universität, wo er 1661 die Magisterprüfung ablegte. Danach begann er zu unterrichten. Er lehrte Griechisch, Geschichte, Politik und Theologie an und war langjähriger Rektor der Universität. Dabei veröffentlichte Bekmann zahlreiche Werke in verschiedenen Fachgebieten, so seinen 1676 erschienenen alphabetischen Katalog der Universitätsbibliothek Frankfurt. Desweiteren erschienen Chroniken der anhaltinischen Fürstentümer und der Mark Brandenburg. Ein kurfürstliches Stipendium ermögliche ihm eine Studienreise in die Niederlande und nach England. Johann Christoph Bekmann wurde achtmal zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt. 1673 wurde Bekmann Bibliothekar der Viadrina und blieb es bis zu seinem Lebensende. Bekmann ließ 1678 den botanischen Garten hinter dem Universitätsgebäude anlegen. 1697 erschien in seiner eigenen Druckerei erstmals in Deutschland ein vollständiger Druck des Babylonischen Talmuds. 1701 wurde Bekmann zum auswärtiges Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaft berufen. 1707 begann er auf Geheiß König Fiedrichs des Ersten, eine Geschichte der Mark Brandenburg zu verfassen. Leider gelang ihm das nicht mehr zu Lebzeiten. Er verstarb am 6.März 1717 in Frankfurt(Oder). Sein Großneffe Bernhard Ludwig Bekmann vollendete die zwei 1751 und 1758 erschienenen Bände.
Geschichtliche Entwicklung:
1931 entstand eine Verbindungsstraße zwischen Sophien- und Bergstraße, die das Klingetal duchquert. Diese kürzte die zuvor genutzte Verbindung über den ,,Grünen Weg" deutlich ab. Diese Trassenführung wirkte sich auch vorteilhaft auf die Erschließung des damals geplanten Hansaviertels aus. Sie erhielt den Namen ,,Beckmannstraße", der auch amtlich ist, unabhängig von der derzeit favorisierten Schreibweise. 2008 wurde der Abschnitt der Wieckestraße zwischen Rosa-Luxemburg- und Sophienstraße der Beckmannstraße zugeschlagen.