Culmer Straße

Straßenschlüssel:
Culmer Straße

Inkraft getreten: 1922, Außerkraft getreten: 1953

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Von 1922-1953 lautete der Straßenname Culmer (später Kulmer) Straße. Culm liegt heute in Polen und der Name lautet Chełmno. Die Stadt zählt derzeit 19.205 Einwohner (2020) und ist Sitz eines Landkreises in der Wojewodschaft Kujawien-Pommern. Das Gebiet um Culm nahe war bereits im7.Jahrhundert v.u. Z. besiedelt. Es kam um 980 in den Herrschaftsbereich des Piastenherrschers Mieszko I. Von 1065 stammt die erste urkundliche Erwähnung. 1226 wurde die Siedlung durch Friedrich II. an den Deutschen Orden übergeben. 1232 erhielt eine zwei Kilometer südlich gegründete Siedlung Stadtrechte. Die Stadt wurde vorübergehend Bischofssitz und Sitz mehrer Klöster. 1440 schloss C. sich dem Preußischen Bund an, der die Herrschaft des Ritterordens bekämpfte. Man unterstellte sich der Krone Polens. Zwischen 1520 und 1770 gab es Konflikte zwischen Katholiken und Lutheranern.1772 kam C. im Zuge der ersten polnischen Teilung an Preußen, zwischenzeitlich an das Herzogtum Warschau und 1871 an das Deutsche Kaiserreich. 1920 mit dem Versailler Vertrag wurde die Stadt polnisch, 1939 von Deutschlan besetzt und 1945 von der Roten Armee befreit. Culm war Geburtsort des Schriftstellers Hermann Löns, des Wehrmachtgenerals Heinz Guderian und des einstigen SPD-Vorsitzenden Kurt Schuhmacher.

Geschichtliche Entwicklung:

Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dm Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch die Culmer Straße, die ihren Namen 1922 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt wie in diesem Fall 1948 nach dem Opernkomponisten Albert Lortzing.