Danziger Straße
Straßenschlüssel:
Danziger Straße
Inkraft getreten: 1923, Außerkraft getreten: 1947
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Von 1923-1948 lautete der Straßenname Danziger Straße. Danzig liegt heute in Polen und der Name lautet Gdańsk. Die Stadt zählt derzeit 740.000 Einwohner und ist somit die sechstgrößte Stadt Polens. Die Stadt ist heute ein wichtiges kulturelles und industrielles Zentrum des Ostseeraums. Ihre Geschichte reicht weit zurück. Im 9. Jahrhundert wichtiger Handelsplatz zwischen Slawen und Wikingern,bekam sie 1224/27 Stadtrecht. Im Verlauf des letzten Jahrtausends gehörte sie abwechselnd zum Deutschen Ordenstaat, Polen-(Litauen), Preußen. Zu napoleonischer Zeit gab es für sechs Jahre die Republik Danzig. Mit dem Aufgehen Preußens im Deutschen Kaiserreich kam Danzig auch zu Deutschland. Nach dem I.Weltkrieg und den Versailler Verträgen wurde Danzig Freie Stadt und damit selbständiger Staat. 1939 annektierte Hitlerdeutschland diesen. Mit dem Beschuss der zu D. gehörenden Westerplatte begann der II.Weltkrieg. In Folge dessen gelangte die Stadt an die Volksrepublik Polen. Mit den Streiks auf der Danziger Leninwerft und der darauffolenden Gründung der freien Gewerkschaft Solidarność wurde hier Startschuss zum Zusammenbruch des Kommunistischen Weltsystems gegeben.
Geschichtliche Entwicklung:
Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch die Danziger Straße, die ihrn Namen 1923 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt oder wie in diesem Fall 1948 nach dem ermordeten antifaschistischen Widerstandskämpfer Albert Fellert.