Dirschauer Straße

Straßenschlüssel:
Dirschauer Straße

Inkraft getreten: 1923, Außerkraft getreten: 1947

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Dirschau, heute Tczew (Republik Polen)) ist eine Stadt in der Wojewodschft Pommern mit etwa 60.100 Einwohnern. Tczew liegt am südlichen Rand des Weichseldeltas (bis 1920 Westpreußen), 30 Kilometer südlich der Mündung des Flusses in die Ostsee. auf einer Höhe von 16 Metern über dem Meeresspiegel. Erstmals erwähnt wird der Ort 1198. Es entstanden Burg der Pommerellenherzöge und 1256 eine deutsche Kaufmannssiedlung, die 1260 lübisches Stadtrecht erhielt. 1309 wurde Dirschau durch den Deutschen Ritterorden erobert. Ab 1334/43 war Pommerellen ein Teil des Ordensstaates Preußens. Nach der Niederlage des Ordens 1410 gegen Polen geschlagen wurde, kam D. für ein Jahr unter polnische Herrschaft. Von 1466 kam Pommerellen als Königliches Preußen unter die Krone Polens. In der Folge kam es immer wieder zu kriegerischen Ereignissen. Während des II.Nordischen Kriegs war Dirschau Hauptquartier des schwedischen Königs Gustav Adolf II., nachdem es bereits nach dem I.Nordischen Krieg zum Königreich Preußen gelangte. 1807 wurde Dirschau von Napoleonischen Truppen, unterstützt von polnischen Verbänden eingenommen. Nach dem Wiener Frieden von 1815 war die deutsche Herrschaft wiederhergestellt. Am 1. Oktober 1887 wurde Dirschau Kreisstadt. Zuvor war die Stadt zum Eisenbahnknoten gewachsen. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier eine Eisenbahnwerkstatt, zwei Zuckerfabriken, eine Landmaschinenfabrik sowie mehrere Mühlen und Ziegeleien und war Sitz eines Amtsgerichts. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Dirschau ein Teil Polens und hieß von da an Tczew. Im September 1939 wurde Tczew von der Deutschen Wehrmacht erobert und wieder in Dirschau benannt. Am 12. März 1945 wurde die Stadt nach heftigen Kämpfen von zwei weißrussischen Divisionen eingenommen. Mit der Übernahme durch die polnische Verwaltung erhielt die Stadt wieder den polnischen Namen Tczew

Geschichtliche Entwicklung:

Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden.. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch die Dirschauer Straße, die ihren Namen 1923 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt wie in diesem Fall 1948 nach Georg Friedrich Händel.