Dr.-Otto-Nuschke-Straße
Straßenschlüssel:
Dr.-Otto-Nuschke-Straße
Inkraft getreten: 1965, Außerkraft getreten: 1992
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Otto Gustav Nuschke wurde am 23. Februar 1883 in Frohburg geboren. Er war ein deutscher Politiker und CDU-Vorsitzender in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR. Dazu war er stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der DDR. Nach Schulbesuch und Privatunterricht erlernte er bei seinem Vater den Beruf des Buchdruckers. 1902 wurde er Redakteur der Hessischen Landeszeitung in Marburg, Ein Jahr darauf deren Leiter. 1910 nahm er eine Stelle als Redakteur beim Berliner Tagblatt an. Von 1915 bis 1930 war er Chefredakteur der Berliner Volkszeitung, unterbrochen von seinem Kriegseinsatz als Gefreiter des Garde-Landsturmbataillons Zossen. Zu. Zeiten der Weimarer Republik trat er als Reformer und Kämpfer für den Frieden hervor. In der Zeit des Nationalsozialismus half Otto Nuschke jüdischen Mitbürgern zur Flucht und wurde verhaftet und verhört. Er war mittelbar am Attentat am 20.Juni 1944 auf Hitler beteiligt, konnte danach untertauchen und überlebte bis Kriegsende in der Illegalität. Nuschke engagierte sich schon früh parteipolitisch und kandidierte für die Fortschrittliche Volkspartei bei der Reichstagswahl 1912. 1918 war er Mitbegründer der DDP, später zeitweise deren stellvertretender Reichsvorsitzender. Als aus der DDP die Deutsche Staatspartei hervorging wurde Nuschke 1931 Generalsekretär. 1945 begründete Nuschke die CDU in der sowjetischen Besatzungszone mit und war Landtagsabgeordneter in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Er arbeitete an der DDR-Verfassung mit. Von 1949 bis zu seinem Tod am 27. Dezember 1957 war er Mitglied der DDR-Volkskammer.
Geschichtliche Entwicklung:
Mit der Errichtung des Neuen, später Alten Friedhofs (heute Kleistpark) wuchs die Bebauung Frankfurts über die alten Grenzen hinaus auf die Hochflächen westlich der Altstadt. So wurde 1846 die Kirchhofstraße benannt, die 1879 in Luisenstraße umbenannt wurde. Diese wurde sukzessive westwärts verlängert. Spätestens 1965 erfolgte die Umbenennung in Dr.-Otto-Nuschke-Straße. Seit 1992 heißt der nordwestliche Abschnitt wieder Luisenstraße. Der südöstliche Teil wurde Mitte der 1970er-Jahre überbaut.