Ernst-Thälmann-Straße
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00090
Ernst-Thälmann-Straße
Inkraft getreten: 1958
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 13 - Halbe Stadt
Ehemalige Straßennamen:
- Fürstenwalder Straße, 1846-1958
Erläuterung aktueller Straßenname:
Ernst Fritz Johannes Thälmann wurde am 16. April 1886 in Hamburg in einfachsten Verhältnissen geboren. Sein Vater war Knecht, Kutscher, später Kneipenwirt. Ernst Thälmann war bekannter kommunistischer Politiker, lange Zeit KPD-Vorsitzender und kandidierte mehrfach für das Amt des Reichspräsidenten. Von 1893 bis 1900 besuchte Thälmann die Volksschule. Seine Eltern waren Ladenbesitzer geworden, wo der Sohn regelmäßig aushalf. Bereits als zehnjähriger suchte er sich eine Arbeit im Hafen und kam erstmals mit der Arbeiterbewegung in Kontakt. 1903 wurde er SPD-Mitglied, 1904 trat er dem Vorläufer der Transportarbeitergewerkschaft bei, wo er frühzeitig in Führungspositionen gelangte. 1906 zog ihn das Militär ein. Danach wechselten seine Anstellungen in kurzen Abständen. 1915 wurde Thälmann als Frontsoldat im I.Weltkrieg eingezogen. Er wurde mehrfach verwundet, erhielt aber auch mehrere Auszeichnungen. Wenige Tage vor Beginn seines Kriegsdienstes heiratete Thälmann Rosa Koch. Aus dieser Ehe ging Tochter Irma hervor. Am 11. November 1918 beteiligte sich Thälmann am Aufbau des Hamburger Arbeiter-und Soldatenrat. Er wurde USPD-Mitglied. Am 16. März 1919 wurde Thälmann für die USPD in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Am 11. Mai 1919 wurde er Erster Vorsitzender der Ortsgruppe Hamburg der USPD, die sich 1920 Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands(VKPD) zusammenschloss. Nach den gescheiterten Märzkämpfen verlor diese zwei Drittel ihrer Mitglieder. Thälmann war von 1925 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1933 Vorsitzender der KPD und saß für diese zwischen 1924 und 1933 im Reichstag. Dabei war er federführend an der Bekämpfung der SPD beteiligt (Sozialfaschismusthese). Thälmann wurde am 3.März 1933 nach dem Reichstagsbrand verhaftet. Die Umstände waren recht merkwürdig, möglicherweise wurde er durch eigene Genossen verraten. Thälmanns Haftorte wechselten, bei Verhören wurde er misshandelt. Trotz internationaler Proteste wurde er nicht aus der Haft entlassen. Offiziell wurde Ernst Thälmann am 18. August 1944 in Weimar-Buchenwald hingerichtet.
Geschichtliche Entwicklung:
Seit 1846 heißt die vom damaligen Wilhelmsplatz (am sogenannten ,,Fürstenwalder Tor") westwärts führende Straße Fürstenwalder Straße. Sie folgte der sich ausdehnenden Stadt und verlief vor 1902 sogar bis zum heutigen Westkreuz. Nach 1902 endete sie an der Wriezener Bahn. 1958 wurde der östliche Teil der Wilhelm-Pieck-Straße zugeschlagen. Der übrige Abschnitt zwischen ehemaligem Hohenzollernplatz und August-Bebel-Straße wurde in Ernst-Thälmann-Straße umbenannt. 1992 erfolgte die Rückbenennung in Fürstenwalder Straße zwischen Am Kleistpark und August-Bebel-Straße. Der kurze Abschnitt zwischen Rudolf-Breitscheid- Straße und Am Kleistpark heißt bis heute Ernst-Thälmann-Straße.