Franz-Mehring-Straße
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00099
Franz-Mehring-Straße
Inkraft getreten: 1976
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 13 - Halbe Stadt
Ehemalige Straßennamen:
- Stiftsplatz, 1848-1976
- Kleiststraße 1907-1976
- Wieckeplatz 1927-1976
- Luisenstraße, 1879- 1965
Erläuterung aktueller Straßenname:
Franz Erdmann Mehring wurde am 27. Februar 1846 in Schlawe (Pommern) geboren. Mehring war ein deutscher Publizist und Politiker. Zu Beginn seines Schaffens vertrat er bürgerlich-demokratische und auch nationalliberale Positionen. Nach 1880 wandte er sich im der Sozialdemokratie und dem Marxismus zu. Er zählte zu den bedeutendsten marxistischen Historikern. Er verfasste eine bedeutende Karl Marx-Biografie. Nach dem Gymnasiumsbesuch studierte Mehring vom 30. Oktober 1866 bis 1868 Klassische Philologie an der Universität Leipzig, danach bis zur Zwangsexmatrikulation am 12. Juli 1870 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. Er promovierte am 1882 an der Universität Leipzig zum Dr.phil. 1868 wechselte er nach Berlin und arbeitete in der Redaktion der demokratischen Tageszeitung ,,Die Zukunft“. 1871 bis 1874 wurde zu einem bekannten Parlamentsreporter. Danach arbeitete er als politischer Korrespondent für diverse Zeitungen. 1891 wurde Mehring Mitglied der SPD. Von 1902 bis 1907 war Mehring Chefredakteur der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung. Während des Ersten Weltkriegs distanzierte er sich aufgrund der Zustimmung großer Teile der Partei zu den Kriegskrediten von der SPD. Mehring gründete 1916 mit anderen führenden Linken in der SPD die Spartakusgruppe. 1917 trat er der USPD bei und war Ende 1918 entscheidend an der Vorbereitung des Gründungsparteitages der KPD beteiligt. Mehrings Bedeutung liegt weniger in seinem konkreten politischen Handeln, sondern in seinen zahlreichen Schriften. Er starb am 28. oder 29. Januar 1919 in Berlin.
Geschichtliche Entwicklung:
Die Anhöhen westlich der Altstadt mit Ihren Wallanlagen waren nach 1800 sukzessive bebaut worden, beginnend 1802 mit dem alten Friedhof (Kleistpark). Es entstand ein abwechslungsreicher Stadtteil, meist als Obere Stadt bezeichnet. Dieser blieb auch von größeren Kriegszerstörungen verschont. Die Wohngegend bot recht hohe Lebensqualität durch den Kleistpark als grüne Lunge, sowie viele Villengrundstücke mit großen Gärten.Ab 1975 begann man ausgerechnet hier, eines der größten Wohnungsbauvorhaben der Stadt zu verwirklichen. Es entstand Wohnraum für rund 10.000 Bürger, überwiegend in 12- bis 16-geschossigen Hochhäusern und 11-geschossigen Wohnscheiben. Dabei wurden zum Teil alte Straßenraster überbaut, wie das Taubendreieck. Durch Zusammenfassung älterer Straßenabschnitte, wie Kleiststraße (alter Verlauf), Stiftsplatz und Wieckeplatz entstand 1976 die Franz-Mehring-Straße als wichtigste Erschließungsstraße des Wohngebietes zwischen Rosa-Luxemburg- und Rudolf-Breitscheid-Straße. Der letzte Abschnitt entstand 1986 zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße und Wilhelm-Pieck-Straße (jetzt Heilbronner Straße) als Neubau.