Friedrich-Ebert-Straße

Postleitzahl: 15234

Straßenschlüssel: 00103
Friedrich-Ebert-Straße

Inkraft getreten: 1948

Postleitzahl:

  • 15234

Stadtgebiet:

  • 41 - Nuhnen Vorstadt

Ehemalige Straßennamen:

  • Kükensteg, 1925-1931
  • Soldauer Straße, 1931-1934
  • Bismarckstraße, 1935-1948

Erläuterung aktueller Straßenname:

Friedrich Ebert wurde am 4. Februar 1871 als Sohn eines Schneiders in Heidelberg geboren. Nach Schulabschluss machte er eine Sattlerlehre. Ebert schloss sich 1889 der SPD an. 1891 kam er nach Bremen, wo er als Sattler und Gastwirt tätig war. 1893 wurde er Redakteur bei der "Bremer Bürger-Zeitung", dem örtlichen Blatt der SPD. Ein Jahr später wählte man ihn zum Parteivorsitzenden. 1905 zog Friedrich Ebert nach Berlin und wurde 34-jährig jüngstes SPD-Parteivorstandsmitglied. 1912 zog Ebert als SPD-Abgeordneter des Kreises Elberfeld-Barmen (Wuppertal) in den Reichstag ein. Die SPD war zu diesem Zeitpunkt die stärkste Fraktion und feierte ihren bis dahin größten Triumph (110 von 397 Reichstagsmandaten). 1913 wurde Ebert neben Hugo Haase Vorsitzender der SPD auf Reichsebene. Durch den 1914 beginnenden Erste Weltkrieg entstanden große Differenzen innerhalb der SPD. Ebert drang bis 1916 beharrlich darauf, die Parteiflügel zusammenzuhalten. Er verhinderte nicht den Ausschluss von Kritikern des Kriegskurses aus der Fraktion und aus der Partei, was zur Gründung der USPD führte. Eberts Bemühungen um einen Friedensvertrag scheiterten insbesondere an der Kriegsschuldfrage. Ebert verlor zwei Söhne im Ersten Weltkrieg. Im Zuge der Novemberrevolution wurde Friedrich Mitglied des sechsköpfigen Rates der Volksbeauftragten, gleichzusetzen mit einer provisorischen Reichsregierung. Ebert teilte sich den Vorsitz mit Hugo Haase, nunmehr USPD. Ebert schloss mit Wilhelm Groener, General der Obersten Heeresleitung einen Pakt gegen linksradikale Angriffe, worauf die USPD-Vertreter den Rat verließen. Daraufhin gab es eine zweite Revolutionswelle mit verlustreichen Straßenkämpfen in Berlin und anderswo, bekannt als ,,Spartakusaufstand". Aus der Nationalversammlungswahl am 19. Januar ging die SPD als stärkste Fraktion hervor. Die Arbeiter- und Soldatenräte lösten sich in den nächsten Monaten auf.Friedrich Ebert eröffnete als Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten die Nationalversammlung in Weimar und wurde, am 11. Februar 1919, wurde er zum Reichspräsidenten gewählt. Philipp Scheidemann übernahm das Amt des Reichskanzlers und bildete eine Koalition aus SPD, DDP und Zentrum. In den folgenden Monaten wurde über den Versailler Vertrag entschieden und eine Verfassung ausgearbeitet. Er sah sich als Reichspräsident aller Deutschen und als überparteilichen Vertreter der Demokratie Sseiner Amtszeit war von Krisen geprägt und und Regierungskoalitionen zerbrachen mehrfach. Friedrich Ebert suchte als Reichspräsident stets nach einem Ausgleich zwischen den politischen Lagern. Ebert starb am 28. Februar 1925 im Alter von 54 Jahren.

Geschichtliche Entwicklung:

1925 war die Bebauung der Nuhnenvorstadt immer weiter westwärts vorgerückt. Die Nuhnenstraße war laut Stadtplan mit dem Hellweg durch einen Weg mit dem Namen Kükensteg verbunden. 1931 findet man im Stadtplan die Bezeichnung Soldauer Straße (evtl. seit 1928) und 1934 findet sich erstmals der Straßenname ,,Bismarckstraße" zwischen Hellweg und Memeler Platz (Theaterteich) parallel zur neu entstandenen Hochschule für Lehrerbildung. (heute Gauss-Gymnasium). Im Plan 1939 umfasste die Bismarckstraße ebenfalls den einstigen mittlerweile nach Norden verschwenkten Kükensteg. Für eine Benennung ,,Friedrich-Ebert-Straße" für den Zeitraum 1931-1935 finden sich keine Hinweise. Die gesamte Straße erhielt 1948 den Namen Friedrich -Ebert-Straße.

Karte: