Georg-Quincke-Straße

Postleitzahl: 15236

Straßenschlüssel: 00576
Georg-Quincke-Straße

Inkraft getreten: 2006

Postleitzahl:

  • 15236

Stadtgebiet:

  • 54 - Markendorf

Ehemalige Straßennamen:

  • Ringstraße, 1993-2007

Erläuterung aktueller Straßenname:

Georg Hermann Quincke wurde als Sohn des geheimen Medizinalrats Hermann Quincke (1808–1891) am 19.November 1834 in Frankfurt(Oder) geboren. Quincke absolvierte ein Physik-, Mathematik- und Chemiestudium in Königsberg, Heidelberg und Berlin, wo er 1858 über Kapillarerscheinungen bei Quecksilberpromovierte. Nach der Habilitation 1859 wurde er Privatdozent. Die Berliner Universität berief ihn 1865 zum außerordentlichen Professor für Physik. Er lehrte an der Gewerbeakademie und der Bauakademie. Quincke ging später als Ordinarius an die Universität in Würzburg. 1875 schließlich wurde er als Nachfolger von Gustav Kirchhof an die Universität Heidelberg berufen. Quinke beschäftigte sich u.a. mit Kapillarität, Elektrizität (Ouincke-Rotation) und Magnetismus. Er forschte über kolloidale Flüssigkeiten und deren Eigenschaften. 1866 konstruierte Quincke das nach ihm benannte Quinckesche Interferenzrohr zur Messung akustischer Wellenlängen. Er war Mitglied zahlreicher Akademien. Georg Quincke starb am 13.Januar 1924 in Heidelberg.

Geschichtliche Entwicklung:

1959 wurde in Frankfurt(Oder) der VEB Halbleiterwerk Frankfurt(Oder) gegründet. Ab 1961 begann man auf einem ehemaligen Militärübungsplatz nahe des Ortsteils Markendorf mit dem Aufbau eines neuen Werks, welches fortlaufend erweitert wurde. Bis 1989 waren über 8000 Mitarbeiter dort beschäftigt. Produziert wurden zunächst bipolare Halbleiter, danach bipolare Schaltkreise, ab Mitte der 1980er-Jahre sogenannte CMOS-Taschenrechnerschaltkreise. Nach den politischen Umbrüchen ab 1989 waren durch das Ende der Abschottung der DDR-Volkswirschaft die Erzeugnisse des Werks unwirtschaftlich und veraltet. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos, so das das Werk bzw. seine Nachfolger letztendlich abgewickelt wurde. Auf dem Gelände siedelten sich diverse Mittel- und Kleinunternehmen an. Um diese leichter aufzufinden, beschloss man, allen eine eigene Anschrift zuzuordnen. Das Werkstraßensystem wurde 1993 als öffentliche Straße mit der Bezeichnung Ringstraße gewidmet. Diese wurde 2007 aufgehoben und die einzenen Teilabschnitte erhielten eigene Namen, hauptsächlich nach bedeutenden Naturwissenschaftlern, Technikern, Industriellen, wie hier nach Georg Quincke.

Karte: