Georgi-Dimitroff-Allee
Straßenschlüssel: 07034
Georgi-Dimitroff-Allee
Inkraft getreten: 1978, Außerkraft getreten: 1991
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Georgi Dimitroff (eigentlich Georgi Dimitrow Michajlow) wurde am 18.Juni 1882 in Kowatschewzi (Bulgarien) geboren. Dimitroff war ein bulgarischer Kommunist. 1935 bis 1943 war er Generalsekretär der Kommunistischen Internationale in Moskau, zwischen 1946 und 1949 bulgarischer Ministerpräsident. Als Zwölfjähriger begann er eine Setzerlehre in Sofia und wurde bald darauf Gewerkschaftsmitglied. 1902 trat er der sich später aufspaltenden Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Bulgariens bei. 1909 wurde er ins Zentralkomitee des marxistischen Flügels gewählt. Als Mitglied des Zentralrates der revolutionären Gewerkschaften Bulgariens organisierte er zahlreiche Arbeitskämpfe. Von 1913 bis 1923 gehörte er dem bulgarischen Parlament an. 1919 gründete sich die Bulgarische Kommunistische Partei (BKP). Ein u.a. von Dimitroff organisierter Aufstand wurde im Herbst 1923 wurde blutig niedergeschlagen. Dimitroff floh ins Ausland (Österreich, später Deutschland) und wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Unter diesem Eindruck und dem des aufkommenden italienischen Faschismus entwickelte er seine Faschismustheorie. Wegen Verdachts auf Mitbeteiligung an der Organisation des Reichstagsbrandes in Berlin 1933 stand er vor dem Reichsgerichtshof, wo er die Ankläger (Göring, Goebbels) vorführte und freigesprochen wurde. Daraufhin emigrierte Dimitroff nach Moskau. Als Generalsekretär der Kommunistischen Internationale wurde er zum stalintreuen Vasallen. Von Moskau aus organisierte er die Abrechnung der bulgarischen Kommunisten mit den dort 1944/45 gestürzten Eliten. Weit über 2000 Todesurteile wurden auf Dimitroffs Geheiß vollstreckt. 1946 wurde Dimitroff bulgarischer Ministerpräsident und Generalsekretär der bulgarischen Kommunistischen Partei. Unter seiner Regierung wandelte sich Bulgarien zu einem totalitären, stalinistischen Staat. Georgi Dimitroff starb am 2. Juli 1949 im Sanatorium Barwicha bei Moskau. Sein Leichnam wurde im eigens errichteten Georgi-Dimitroff-Mausoleum in Sofia beigesetzt. Dieses wurde 1999 gesprengt.
Geschichtliche Entwicklung:
Der Stadtteil Neuberesinchen entstand seit 1977 auf einer Fläche, die im Norden von der Großen Müllroser Straße, im Westen vom Gelände des Lutherstifts und des Hauptfriedhofs, im Süden von der Eisenbahnlinie nach Grunow und im Osten von der Eisenbahnlinie nach Guben begrenzt wird. Dort fanden sich bis dato Felder, Gärten und eine lockere Eigenheimbebauung. Die zwischen Wladimir-Iljitsch-Lenin-Allee im Bogen zur Straße ,,Am Goltzhorn" führende Südspange erhielt 1978 den Namen Georgi-Dimitroff-Allee. 1991 erfolgte die Umbenennung in Mühlenweg.