Gerhard-Neumann-Straße
Postleitzahl: 15236
Straßenschlüssel: 00577
Gerhard-Neumann-Straße
Inkraft getreten: 2006
Postleitzahl:
- 15236
Stadtgebiet:
- 54 - Markendorf
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Gerhard Neumann wurde am 08. Oktober 1917 in Frankfurt(Oder) geboren. Neumann war ein bekannter Maschineningenieur. Er erfand das Strahltriebwerk. Sein Vater war Inhaber einer Bettfedernfabrik in Frankfurt(Oder). Neumann besuchte das Frankfurter Friedrichsgymnasium. Von 1936 bis 1938 studierte er an der Ingenieursschule im sächsischen Mittweida. Danach verließ Gerhard Neumann, der wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nazis verfolgt wurde, Deutschland. Er reiste 1939 nach China. Hier schloss er sich 1941 einem Freiwilligencorps an. 1946 wurde ihm die US-Staatsbürgerschaft zuerkannt. Hier arbeitete Neumann in diversen Flugzeugbauunternehmen. 1952 war er an der Entwicklung des ,,General Electric X39“, einem kernreaktorgetriebenen Strahltriebwerk, welches jedoch ein Prototyp blieb. Danach folgte das Strahltriebwerk ,,General Electric 179“. Der Erfolg dieser Entwicklung verschaffte Neumann einen Karrieresprung, er erhielt Auszeichnungen und einen Geschäftsführerposten. Bis 1980 brachte es Neumann auf acht Patente. Gerhard Neumann verstarb am 02. November 1997 in Massachusetts
Geschichtliche Entwicklung:
1959 wurde in Frankfurt(Oder) der VEB Halbleiterwerk Frankfurt(Oder) gegründet. Ab 1961 begann man auf einem ehemaligen Militärübungsplatz nahe des Ortsteils Markendorf mit dem Aufbau eines neuen Werks, welches fortlaufend erweitert wurde. Bis 1989 waren über 8000 Mitarbeiter dort beschäftigt. Produziert wurden zunächst bipolare Halbleiter, danach bipolare Schaltkreise, ab Mitte der 1980er-Jahre sogenannte CMOS-Taschenrechnerschaltkreise. Nach den politischen Umbrüchen ab 1989 waren durch das Ende der Abschottung der DDR-Volkswirschaft die Erzeugnisse des Werks unwirtschaftlich und veraltet. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos, so das das Werk bzw. seine Nachfolger letztendlich abgewickelt wurde. Auf dem Gelände siedelten sich diverse Mittel- und Kleinunternehmen an. Um diese leichter aufzufinden, beschloss man, allen eine eigene Anschrift zuzuordnen. Das Werkstraßensystem wurde 1993 als öffentliche Straße mit der Bezeichnung Ringstraße gewidmet. Diese wurde 2006 aufgehoben und die einzenen Teilabschnitte erhielten eigene Namen, hauptsächlich nach bedeutenden Naturwissenschaftlern, Technikern, Industriellen, wie hier nach Gerhard Neumann.