Gerhart-Hauptmann-Straße
Postleitzahl: 15234
Straßenschlüssel: 00118
Gerhart-Hauptmann-Straße
Inkraft getreten: 1948
Postleitzahl:
- 15234
Stadtgebiet:
- 41 - Nuhnen Vorstadt
Ehemalige Straßennamen:
- Gnesener Straße, 1927-1948
Erläuterung aktueller Straßenname:
Gerhart Johann Robert Hauptmann wurde am 15. November 1862 im schlesischen Ober-Salzbrunn geboren. Hauptmann war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller. Er wurde 1912 mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Zunächst besuchte er ab 1868 die Dorfschule. Dann wechselte er 1874 auf die Realschule in Breslau. Hierbei zeigte sich, dass der junge Gerhart Probleme mit dem preußisch-wilhelminischen Alltag bekam. Doch entwickelte er hier die Liebe zum Theater. 1880 trat Hauptmann in die Bildhauerklasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule Breslau ein. Dank finanzieller Unterstützung durch seine spätere Ehefrau konnte er im Wintersemester 1882/83 ein Studium (Philosophie, Literaturgeschichte) in Jena beginnen. Dieses brach er jedoch ab, ebenso wie Studien in Dresden und Berlin. Immer mehr erwuchs das Interesse am Theater. Der inzwischen verheiratete Hauptmann ließ sich in Erkner nieder, wo seine Söhne zur Welt kamen und er erstmals mit Literaten zusammentraf (Bölsche, Bleibtreu). 1891 zog es ihn ins heimatliche Riesengebirge nach Schreiberhau, wo erste Dramen entstanden. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten unterschrieb Hauptmann eine Loyalitätserklärung. 1944 nahm ihn Adolf Hitler in die Gottbegnadetenliste und die Sonderlisten der unersetzlichen Künstler auf. Nach dem Krieg verblieb Hauptmann im mittlerweile polnisch verwalteten Schlesien. Vor seiner geplanten Aussiedlung verstarb Gerhart Hauptmann am 06. Juni 1946 in Agnetendorf (Agnieszków). Sein Leichnam wurde auf dem Inselfriedhof in Kloster auf Hiddensee bestattet.
Geschichtliche Entwicklung:
Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. Die Gnesener Straße, die ihren Namen 1927 erhielt, zählte schon zur westlichen Erweiterung dieser Siedlung. Bekanntestes Bauwerk hier war das Musikheim (Siehe Am Musikheim). Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Gnesener Straße wurde 1948 nach dem bekannten Schriftsteller und Dramatiker Gerhart Hauptmann umbenannt.