Gnesener Straße

Straßenschlüssel: 07117
Gnesener Straße

Inkraft getreten: 1927, Außerkraft getreten: 1947

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Gniezno (deutsch: Gnesen) ist eine polnische Stadt mit 67.570 Einwohnern (31.12.2020). Gniezno liegt 50 Kilometer östlich von Posen und ist Sitz des Erzbistums Gnieznow. Die Stadtgeschichte ist eng mit der Legende der Gründung Polens durch den Herzog Lech verbunden. 1000 wurde hier Polens erstes Erzbistum gegründet. Gniezno erhielt 1238/39 Stadtrechte. Die Stadt war bis 1320 Krönungsort der polnischen Könige. 1793 kam Gnesen im Zug der zweiten polnischen Teilung zu Preußen.1807 schlug Kaiser Napoleon die Stadt dem Herzogtum Warschau zu. 1815 ging diese wiederum zurück an Preußen, wo sie Kreisstadt in der Provinz Posen wurde. Durch den Versailler Vertrag gelangte Gniezno nunmehr an die neugegründete Republik Polen. 1939 wiederum wurde die Stadt von Hitlerdeutschland okkupiert. Seit der Befreiung Polens 1945 gehört Gniezno zum polnischen Staat. Die Erzkathedrale von Gniezno ist eines der bedeutendsten polnischen Kirchenbauwerke.

Geschichtliche Entwicklung:

Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. Die Gnesener Straße, die ihren Namen 1927 erhielt, zählte schon zur westlichen Erweiterung dieser Siedlung. Bekanntestes Bauwerk hier war das Musikheim (Siehe Am Musikheim). Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Gnesener Straße wurde 1948 nach dem bekanntenSchriftsteller und Dramatiker Gerhart Hauptmann umbenannt.