Graudenzer Weg
Straßenschlüssel: 07118
Graudenzer Weg
Inkraft getreten: 1923, Außerkraft getreten: 1952
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Grudziądz (deutsch Graudenz) ist eine Stadt in der polnischen Wojewodschaft Kujawien-Pommern. Hier leben 93.564 Einwohner (31.12.2020) Einwohnern. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer südlich von Danzig am Ostufer der Weichsel. Der Ortsname stammt vom pruzzischen Graudenes für Waldwildnis. Graudenz befand sich im einstigen Kulmerland, welches 1230 an den Deutschen Orden gelangte. 1291 erhielt es Stadtrecht. 1466 unterstellte sich das Kulmerland der Schutzherrschaft der Krone Polens. Die Stadt wurde im 16. Jahrhundert ein Zentrum von Handwerk und Handel, Im Zweiten Nordischen Krieg nahmen schwedische Truppen die Stadt 1655 ein und vier Jahre später 1659 von Polen zurückerobert. Dabei wurde sie fast gänzlich zerstört, später im barocken Stil wieder verrichtet. Im Zuge der ersten polnischen Teilung wurde Graudenz 1772 preußisch. Nach Anschluss an die Eisenbahn wurde Graudenz die Stadt im 19. Jahrhundert zu bedeutenden wachsenden Industriestandort (Eisenindustrie, Maschinenbau) 1900 erhielt Graudenz Kreisfreiheit. Es gehörte bis 1919 der Provinz Westpreußen an wurde aber nach dem Versailler Vertrag polnisch. Von 1939 bis 1945 war es dann von der deutschen Wehrmacht besetzt.1945 befreite die Rote Armee die Stadt. Seit 1945 ist Grudziądz polnisch.
Geschichtliche Entwicklung:
Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte nach Frankfurt zu ziehen wo nun Wohnungen benötigt wurden.. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dm Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch den Graudenzer Weg, der seinen Namen 1923 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt wie in diesem Fall 1953 nach dem Musikinstrument Harfe.