Heinrich-Rau-Straße

Straßenschlüssel: 07036
Heinrich-Rau-Straße

Inkraft getreten: 1982, Außerkraft getreten: 1991

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Heinrich Gottlob Rau wurde am 02. April 1899 in Feuerbach (heute Stadtteil von Stuttgart) geboren. Rau war DDR-Politiker (Politbüromitglied, Vorsitzender der staatlichen Plankommission, Minister für Maschinenbau und für Außen- und Innerdeutschen Handel). Er kämpfte im spanischen Bürgerkrieg als Kommandeur der XI. Internationalen Brigade. Er war Arbeiter, wurde 1917/18 im I. Weltkrieg eingezogen. Über Spartakusgruppe und USPD kam Rau zur KPD. 1918 war er im Rahmen der Novemberrevolution Leiter der Militärpolizei Zuffenhausen (heute ebenfalls Stadtteil Stuttgarts). Von 1919 an war er in verschiedenen Funktionen in der SPD tätig. 1928 wurde Heinrich Rau preußischer Landtagsabgeordneter. 1933 wurde Rau verhaftet, 1934 erfolgte die Verurteilung wegen Hochverrats zu zwei Jahren Zuchthaus. Rau emigrierte 1935 in die Sowjetunion. Ab 1937 war er nach im spanischen Bürgerkrieg aktiv bis zur Verwundung 1938. 1939 wurde er in Frankreich verhaftet und 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Er war inhaftiert bis 1945 u.a. im KZ Mauthausen. In der sowjetischen Besatzungszone war er an der Umsetzung der Bodenreform beteiligt. 1946 wurde Rau SED-Mitglied.1946-48 war er Minister in Brandenburg. In der DDR war er in verschiedenen politischen Positionen tätig. Heinrich Rau verstarb am 23. März 1961 in Berlin.

Geschichtliche Entwicklung:

Der Stadtteil Neuberesinchen entstand seit 1977 auf einer Fläche, die im Norden von der Großen Müllroser Straße, im Westen vom Gelände des Lutherstifts und des Hauptfriedhofs, im Süden von der Eisenbahnlinie nach Grunow und im Osten von der Eisenbahnlinie nach Guben begrenzt wird. Dort fanden sich bis dato Felder, Gärten und eine lockere Eigenheimbebauung. Westlich der ehemalige Baumschule Heinrich Jungclaussen entstand ab den frühen 1980er-Jahren der vierte und größte Wohnkomplex Neuberesinchens. Eine Erschließungsstraße im Südteil des IV. Wohnkomplexes erhielt 1982 den Namen ,,Heinrich-Rau-Straße". Diese wurde 1991 in ,,Wallensteinstraße" umbenannt.