Hindenburgstraße
Straßenschlüssel: 07104
Hindenburgstraße
Inkraft getreten: 1920, Außerkraft getreten: 1947
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Hindenburgstraße: Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorf und von Hindenburg (Paul von Hindenburg) wurde am 02. Oktober 1847 in Posen (heute Poznań, Republik Polen) geboren. Er war ein deutscher Generalfeldmarschall, der im I. Weltkrieg Berühmtheit erlangte als Held der Schlacht von Tannenberg, wo deutsche Truppen Teile der russischen zaristischen Armee vernichtend schlugen. Nach dem Krieg war H. Politiker und von 1925 bis zu seinem Tod Reichspräsident. Als Chef der Obersten Heeresleitung von 1916 bis 1918 hatte Hindenburg de facto die Regierungsgewalt inne. 1925 wurde er zweiter Reichspräsidenten der Weimarer Republik. Von 1930 an übte er ein autoritäres Präsidialsystem über und wurde bei der 1932 wiedergewählt und blieb bis zu seinem Tod im Amt. Lange lehnte Hindenburg den NSDAP-Chef Adolf Hitler als Regierungschef ab, doch ernannte er ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Durch Auflösung des Reichstags auf im Februar 1933 und seine Unterschrift unter die Notverordnungen, sorgte er für Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit, sowie aller Grundrechte und öffnete somit einer faschistischen Diktatur die Tore. Hindenburg starb am 02.August 1934 auf seinem ostpreußischen Gut Neudeck.
Geschichtliche Entwicklung:
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts dehnte sich Frankfurt (Oder) immer weiter in Richtung Westen auf. Nachdem die sogenannte ,,Obere Stadt" rund um den ,,Neuen Friedhof" (später ,,Alter Friedhof", danach ,,Kleistpark") bebaut worde war, folgte das Gebiet westlich der ,,Wriezener Bahn" entlang der alten Verbindungsstraße ins rund 30 Kilometer entfernte Fürstenwalde. Dieses Gebiet war überwiegend landwirtschaftlich genutzt, teilweise auch zum Tonabbau für die Ziegelproduktion. Zunächst begann der Militärfiskus mit der Errichtung von Kasernenanlagen. So entstand von 1878 bis 1881 die Kaserne des Grenadierregiments ,,Prinz Carl von Preußen" (Gelbe Kaserne). 1888 folgte die Artilleriekaserne (Rote Kaserne), 1898 kam der Straßenbahnanschluss. Seit 1846 wurde diese Straße zur Fürstenwalder Straße gezählt. Ab 1902 nannte man die Straße ,,Fürstenwalder Steinweg". 1920 erfolgte die Umbenennung in Hindenburgstraße. In den 1920er- und 1930er-Jahren war das Gebiet durch rege Bautätigkeit gekennzeichnet. Es entstanden die Paulinenhofsiedlung, die Hindenburgschule und viele Genossenschaftsbauten mit ansprechender Architektur. Im II. Weltkrieg blieb das Gebiet im Unterschied zu anderen Stadtteilen weitgehend unzerstört. 1948 erhielt die Straße den Namen ,,August-Bebel-Straße".