Huttenstraße
Postleitzahl: 15234
Straßenschlüssel: 00164
Huttenstraße
Inkraft getreten: 1898
Postleitzahl:
- 15234
Stadtgebiet:
- 14 - Obere Stadt
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Ullrich von Hutten wurde am 21.April 1488 auf der väterlichen Burg Steckelberg nahe Schlüchtern in Hessen geboren und verstarb am 29.August 1523 auf der Insel Ufenau im Zürichsee. Hutten wurde bekannt als bedeutender Humanist der beginnenden Renaissancezeit, als Dichter und Kirchenkritiker. Obwohl Erstgeborener, trat er nicht das väterliche Erbe an. Stattdessen bestimmte sein Vater für ihn die geistliche Laufbahn und verbrachte ihn 1499 ins Kloster Fulda. Wenige Jahre später wandte er sich vom Klosterleben ab und studierte in Erfurt, Mainz und Köln. 1506 schrieb er sich als einer der ersten Studenten in die erst im selben Jahr gegründete Universität Alma Mater Viadrina in Frankfurt(Oder) ein. Hutten war Mitbegründer ersten Frankfurter Dichterschule. Er schrieb ,,Das Lob der Mark“ auf Latein (Laus Marchiae), welches die älteste Beschreibung der Mark Brandenburg. Als vierter Viadrinastudent überhaupt legte er am 14.09.1506 das Baccalaureatsexamen ab. Weitere Studienorte waren Leipzig (hier infizierte er sich wahrscheinlich mit Syphilis) und Greifswald, später Wittenberg und Wien. Er war Söldner im italienischen Krieg und ab 1514 Höfling beim Erzbischof von Mainz, wobei er auf Erasmus von Rotterdam traf. Wieder in Mainzer Diensten beteiligte Hutten 1519 als einer der Hauptakteure beim Aufstand des Schwäbischen Bundes gegen Herzog Ulrich von Württemberg. 1515 hatte dieser einen Verwandten Huttens ermorden lassen. Später trat Hutten als Reformator und Papstgegner in Erscheinung. Er schloss sich Franz von Sickingen an, der den sogenannten ,,Pfaffenkrieg“ gegen das geistliche Kurfürstentum Trier führte und nach Verwundung im Mai 1523 verstarb. Über Ulrich von Hutten wurde die Reichsacht verhängt, was ihn zur Flucht in die Schweiz trieb. Als ihn der Reformator Zwingli in Zürich aufnahm hatte Hutten nur noch wenige Tage zu leben. Er erlag auf der Insel Ufenau der Syphilis und wurde neben der dortigen Kirche Peter und Paul beigesetzt. Im 20. Jahrhundert wurde Hutten zum Gegenstand nationalistischer Begeisterung. So erhielt eine Infanteriedivision im II.Weltkrieg den Namen ,,Ulrich von Hutten“ und ein Schlachtschiff sollte auf Hitlers persönlichen Vorschlag hin nach ihm benannt werden.
Geschichtliche Entwicklung:
Die Huttenstraße entstand im Rahmen der Stadterweiterung westlich (oberhalb) der historischen Altstadt um den ,,Alten Friedhof“ (heute Kleistpark) auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Poll. Der Straßenname existiert seit 1898 (zuvor Privatstraße auf Ziegeleigelände). Die ehemalige Bebauung wurde 1945 weitgehend zerstört. Ab 1952 erfolgte der Neuaufbau im Stil des sozialistischen Klassizismus (scherzhaft ,,Stalinbarock“).