John-Schehr-Straße

Straßenschlüssel: 07011
John-Schehr-Straße

Inkraft getreten: 1982, Außerkraft getreten: 1992

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

John Schehr wurde am 09. Februar 1896 in Altona, seit 1937 Stadtbezirk Hamburgs, geboren. Schehr war ein kommunistischer deutscher Politiker zu Zeiten der Weimarer Republik. 1932 wurde er Reichstagsabgeordneter. Nach Thälmanns Verhaftung galt Schehr vorübergehend als Vorsitzender der KPD. John Schehr entstammte einer Arbeiterfamilie, wurde 1912 SPD-Mitglied. Schehr war eng mit Ernst Thälmann bekannt. 1917 trat er in die USPD ein und 1920, wie fast alle Hamburger Mitglieder in die KPD über. Trotz seiner Verstrickung in die ,,Wittorf-Affäre“ gelang Schehr in der KPD eine steile Karriere. Schehr wurde am 13. November 1933 infolge Verrats verhaftet. Er weigerte sich trotz schwerer Folterungen konsequent, Angaben über Personen und Ereignisse des konspirativen Kampfes zu machen. Am 1. Februar 1934 ließ die KPD-Führung den enttarnten Verräter ermorden, worauf John Schehr und drei seiner Genossen noch in derselben Nacht durch Gestapo ermordet wurden.

Geschichtliche Entwicklung:

Der Stadtteil Neuberesinchen entstand seit 1977 auf einer Fläche, die im Norden von der Großen Müllroser Straße, im Westen vom Gelände des Lutherstifts und des Hauptfriedhofs, im Süden von der Eisenbahnlinie nach Grunow und im Osten von der Eisenbahnlinie nach Guben begrenzt wird. Dort fanden sich bis dato Felder, Gärten und eine lockere Eigenheimbebauung. Westlich der ehemalige Baumschule Heinrich Jungclaussen entstand ab den frühen 1980er-jahren der vierte und größte Wohnkomplex Neuberesinchens. Eine Erschließungsstraße im Westteil des IV. Wohnkomplexes erhielt 1982 den Namen ,,John-Scheer-Straße". Diese wurde 1991 in ,,Thomasiusstraße" umbenannt.