Jungclaussenweg

Postleitzahl: 15232

Straßenschlüssel: 00172
Jungclaussenweg

Inkraft getreten: 1991

Postleitzahl:

  • 15232

Stadtgebiet:

  • 22 - Neuberesinchen-Nord

Ehemalige Straßennamen:

  • Feliks-Dzierzynski-Straße, 1978-1991

Erläuterung aktueller Straßenname:

Heinrich Jungclaussen wurde am 08. Oktober 1857 in Cismar in Holstein geboren. Jungclaussen war Gärtner und Unternehmer. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Flensburg begann er die Gärtnerausbildung in Hamburg. Seinen erfolgreichen Abschluss machte Jungclaussen an der Gärtnerlehranstalt in Dahlem (seit 1920 zu Berlin). Später vervollständigte er sein Wissen auf Reisen nach Belgien und England. 1884 ersteigerte er die Baumschule des Gastwirts Theodor Holtz. Mit dieser gründete Jungclaussen am 15.04.1884 „H. Jungclaussen“, Baumschulen, Samen- und Staudenkulturen. Hier hatten 300 bis 400 Frankfurter Lohn und Brot. Jungclaussens Gärtnerei war durch den Versandhandel von Sämereien und Pflanzen weithin bekannt. Darüber hinaus engagierte Heinrich Jungclaussen sich als Frankfurter Stadtverordneter von 1886 bis 1918 und von 1909 bis 1920 im Vorstand des früheren Handelsgärtnerverbandes. Bis 1933 war er Brandenburger Verbandsvorsitzender des 1905 gegründeten Baumschulbundes. 1911 berief ihn der Landwirtschaftsminister als ersten und einzigen Gärtner in das Landesökonomie-Kollegium. Diesem gehörte er bis zu dessen Auflösung nach dem Ersten Weltkrieg an. Ebenso wirkte Heinrich Jungclaussen als Zweiter Vorsitzender der Gärtnereiberufsgenossenschaft zwischen 1912 und 1920, sowie im Aufsichtsrates der Aktienbrauerei und im Vorstand des Kirchenrates von St. Gertraud in Frankfurt (Oder) mit. 1912 wurde er zum Königlich Preußischen Ökonomierat ernannt. Einige Betriebsgebäude der Gärtnerei Jungclaussen sind bis dato erhalten und in die Bebauung des Stadtteils Neuberesinchen integriert. Heinrich Jungclaussen verstarb am 28.12.1946 im thüringischen Heldburg.

Geschichtliche Entwicklung:

Der Stadtteil Neuberesinchen entstand seit 1977 auf einer Fläche, die im Norden von der Großen Müllroser Straße, im Westen vom Gelände des Lutherstifts un des Hauptfriedhofs, im Süden von der Eisenbahnlinie nach Grunow un im Osten von der Eisenbahnlinie nach Guben begrenzt wird. Dort fanden sich bis dato Felder, Gärten und eine lockere Eigenheimbebauung. Etwa in der Mitte der Fläche befand sich die ehemalige Baumschule Heinrich Jungclaussen, deren Gelände in die Bebauung integriert wurde. Hier entstand 1978 auch die Feliks-Dzierzynski-Straße, die 1991 in ,Jungclaussenweg" umbenannt wurde.

Karte: