Karl-Liebknecht-Straße

Postleitzahl: 15230

Straßenschlüssel: 00175
Karl-Liebknecht-Straße

Inkraft getreten: 1965

Postleitzahl:

  • 15230

Stadtgebiet:

  • 13 - Halbe Stadt
  • 14 - Obere Stadt

Ehemalige Straßennamen:

  • Sophienstraße, 1879-1965

Erläuterung aktueller Straßenname:

Karl-Liebknecht-Straße: Karl Paul August Friedrich Liebknecht wurde am 13.August 1871 in Leipzig geboren. Liebknecht war ein ein sozialdemokratischer und antimilitaristischer Politiker zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs. Nach dem Abitur 1890 studierte er zunächst an der Leipziger Universität, später an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin Rechtswissenschaft. 1893 war er Referendar. Danach leiste Liebknecht als einjährig Freiwilliger seinen Militärdienst ab. Anschließend verteidigte er 1897 seine Doktorarbeit an der Universität Würzburg. Seit 1900 war Karl Liebknecht Mitglied der SPD, für die er von 1902 bis 1913 im Berliner Stadtrat saß. 1907 wurde er auf Grund seiner antimilitaristischen Schriften wegen angeblichen Hochverrat zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Von 1912 bis 1916 war Liebknecht Abgeordneter im Deutschen Reichstag. Entgegen seinem Gewissen stimmte er aus Parteidisziplin für die Kriegskredite, wurde jedoch 1916 wegen seiner Ablehnung der Burgfriedenspolitik aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen, Man verurteilte ihn kurz darauf wegen „Kriegsverrats“ zu vier Jahren Zuchthaus. Nach zwei Jahren Haft kam er im Oktober 1918 frei. Nach Ausbruch der Novemberrevolution wurde von ihm am 9. November 1918 vom Balkon des Berliner Schlosses die „freie sozialistische Republik Deutschland“ ausgerufen. Am 11. November war er Mitbegründer des Spartakusbundes und zum Jahreswechsel auf 1919 der KPD. Seine Idee zur Schaffung einer Räterepublik stieß überwiegend auf Ablehnung. Am 8.Januar 1919 brach der Spartakusaufstand (Januaraufstand) aus, mit dem Ziel die Übergangsregierung Ebert zu stürzen. Am 15.Januar 1919 wurde Liebknecht vom reaktionären Offizier Waldemar Pabst bzw. dessen Helfershelfern mit Billigung des Demobilisierungsbeauftragten Gustav Noske (SPD) im Berliner Eden-Hotel erschossen. Liebknecht wurde auf dem Armenfriedhof von Friedrichsfelde (erst 1920 zu Berlin) bestattet. Dieser wurde zum Zentralfriedhof und Gedenkstätte der Sozialisten erkoren.

Geschichtliche Entwicklung:

1802 wurde auf der Hochfläche westlich der Frankfurter Altstadt ein neuer Friedhof angelegt um die bisherigen Begräbnisplätze, meist an den alten Frankfurter Kirchen gelegen, zu ersetzen. Dieser blieb bis zur Eröffnung des Neuen Friedhofs im Stadtteil Beresinchen Hauptbegräbnisplatz der Frankfurter. Der Alte Friedhof war von Straßen umgeben. Die den nordwestlichen Teil begrenzende Karl-Liebknecht-Straße hieß von 1846 bis 1879 Kirchhofstraße. Der Verbindungsweg zur Halben Stadt trug bis 1879 den Namen Totengasse. 1879 wurde die komplette Straße in Sophienstraße umbenannt. Diese erhielt 1965 den Namen Karl-Liebknecht-Straße. Durch Wohnungsbau und Errichtung einer vierspurigen Stadtkerntangente (u.a. durch den Kleistpark) wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren das Straßensystem in der Oberen Stadt großräumig umgebaut. 1989 war die Karl-Liebknecht-Straße faktisch in zwei Straßen geteilt. Der Ostteil zwischen,,Halber Stadt" und Kieler Straße wurde 1992 in Sophienstraße zurück benannt. Der Westteil zwischen Kieler Straße und Fürstenwalder Straße/August-Bebel-Straße behielt den Namen Karl-Liebknecht-Str.

Karte: