Karl-Sobkowski-Straße
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00178
Karl-Sobkowski-Straße
Inkraft getreten: 1948
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 13 - Halbe Stadt
Ehemalige Straßennamen:
- Elisabethstraße, 1927-1948
Erläuterung aktueller Straßenname:
Karl Amandus Sobkowski wurde am 24.Juli 1892 in Alt-Görzig (Kreis Birnbaum)geboren. Sobkowski war Widerstandskämpfer und Politiker. 1910 zog Sobkowski nach Frankfurt(Oder). Hier arbeitete er bis 1914 in der Möbelfabrik von Mantz & Gerstenberger. 1914-18 war Karl Sobkowski Soldat im I. Weltkrieg. Danach arbeitete er wieder in seiner alten Firma und wurde 1918 Mitglied des Betriebsrates, 1919 trat Sobkowski in die USPD ein und wurde 1923 nach deren Auflösung KPD-Mitglied. 1924 wurde er technischer Leiter des Rotfrontkämpferbundes. Ab 1926 zog Sobkowski für die KPD Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt (Oder) ein. 1930 verunglückte er in der Ziegelei Krause, Frankfurt (Oder) und wurde invalidisiert. Danach war er als ständiger Mitarbeiter der Unterbezirksleitung der KPD Frankfurt (Oder) tätig. Im Jahr 1933 wurde er wegen „Zersetzung der Reichswehr“ verhaftet. Wegen Mangel an Beweisen wurde er 1934 wieder entlassen, verstarb aber 1937 an den Haftfolgen. Die Gedenktafel trägt folgende Inschrift: „Karl Sobkowski, Stadtverordneter-KPD, geb. 24.7.1892, am 23.2.1937 an den Folgen der Haft verstorben“.
Geschichtliche Entwicklung:
In den 1920er-Jahren war die Bebauung der Oberen Stadt um den Alten Friedhof (Kleistpark) weitgehend abgeschlossen. Nördlich davon, im Tal des Klingefließes, gab es noch freie Bauflächen, da diese auf Grund schwieriger topografischer Bedingungen nur mit hohem Aufwand zu bebauen waren. Im Zuge der Ansiedlung der RBD Osten in Frankfurt (Oder) ließ die Siedlungsgesellschaft Ostmark hier unter Federführung des Architekten Martin Kießling ein kleines Wohngebiet errichten, unter anderem mit dem bekannten Wappenhaus. An dessen Erker wurden die Wappen der wichtigsten Städte im Osten Deutschlands, die nach 1920 an die Republik Polen gingen, verewigt, aber auch die Wappen von Saarbrücken, Colmar und Mülhausen, die französisch wurden. Die wichtigste Erschließungsstraße zwischen Grünem Weg und Luisenstraße erhielt den Namen Elisbethstraße, welche bereits im Stadtplan von 1925 zu finden war. Sie überwand einen Höhenunterschied von fast 20 Metern. 1948 wurde sie in Karl-Sobkowski-Straße umbenannt. Um 1988 überbaute man das westliche Ende der Straße, welche fortan eine Sackgasse war, mit einer vierspurigen Haupterschließungsstraße (heute Kieler Straße).