Kießlingplatz
Postleitzahl: 15234
Straßenschlüssel: 00182
Kießlingplatz
Inkraft getreten: 1924
Postleitzahl:
- 15234
Stadtgebiet:
- 41 - Nuhnen Vorstadt
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Johannes Martin Kießling wurde am 02.April 1879 in Berlin geboren. Kießling war ein deutscher Architekt und preußischer Baubeamter. Der Sohn eines Volksschullehrers wuchs in Berlin-Niederschönhausen auf. Sein Abitur legte er am Gymnasium zum Grauen Kloster ab. Kießling studierte an der Technischen Hochschule Charlottenburg Architektur.1908 wurde er Assessor bei der preußischen Eisenbahndirektion Köln. Den I. Weltkrieg verbrachte er als Soldat in Baukompanien.Zwischen 1921 und 1924 leitete er bei der neugegründeten RBD Osten in Frankfurt (Oder) den Aufbau mehrerer Wohnsiedlungen für Mitarbeiter, welche aus den abgetretenen Ostgebieten hierhergezogen waren. 1927 wurde Kießling einem privatrechtlichen Dienstvertrag Stadtbaurat in der Hochbauverwaltung der Freien Stadt Danzig. Zugleich war Kießling von 1927 an auch Erster Vorsitzender des Architekten- und Ingenieurvereins für den Niederrhein und Westfalen. Im Februar 1928 wurde Kießling Ministerialdirektor der Hochbauabteilung des preußischen Finanzministeriums in Berlin und war somit ranghöchster preußischer Baubeamte. Im Jahr 1930 wurde Kießling Ehrendoktor der Technischen Hochschule Aachen. Die Nationalsozialisten waren nach ihrer Machtübernahme 1933 der Ansicht, dass Kießlings Werke nicht im Einklang mit ihrer Kulturideologie standen und versetzten Kießling in den Ruhestand. Wichtige Werke waren die 1921–1925 errichteten Siedlungsbauten der RBD Osten, sogenannte „Ostmarkbauten an mehreren Standorten in Frankfurt(Oder), insbesondere das 1922 entstandene Mehrfamilienhaus („Kießlinghaus“) in der Leipziger Straße. Besonders bemerkenswert ist , dass aus Kießlings Feder auch das Mausoleum für Ex-Kaiser Wilhelm II., welches 1941/42 im Park von Haus Doorn in den Niederlanden errichtet wurde. Martin Kießling verstarb 1944 in Berlin, wo er auf dem Waldfriedhof in Dahlem seine letzte Ruhe fand.
Geschichtliche Entwicklung:
Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte nach Frankfurt zu ziehen wo nun Wohnungen benötigt wurden.. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. Der schmuckvoll gestaltete Platz im Eingangsbereich der Siedlung wurde 1924 nach dem Architekten und Erbauer benannt.