Kleiststraße (Alter Verlauf)

Straßenschlüssel:
Kleiststraße (Alter Verlauf)

Inkraft getreten: 1907, Außerkraft getreten: 1976

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Kleiststraße: Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde am 10. oder 18.Oktober in Frankfurt(Oder) war ein deutscher Dichter, Dramatiker und Journalist. Er entstammte einer pommersch-preußischen Adels- und Militärdynastie. Sein Vater war Stabskapitän beim Regiment zu Fuß Prinz Leopold von Braunschweig. Kleist hatte mehrere Geschwister, wobei er seiner Halbschwester Ulrike besonders nah stand. Der Vater verstarb 1788, Heinrich kam nach Berlin in die Obhut des Reformierten Predigers S.H. Catel, der ihm die Werke klassischer Dichter und zeitgenössischer Aufklärer näher brachte. Zunächst wählte Kleist jedoch die Militärlaufbahn und trat 1792 in das 3. Bataillon des Potsdamer Garderegiments ein, mit welchem er am Rheinfeldzug gegen das revolutionäre Frankreich und der Belagerung von Mainz teilnahm. 1797 begann er wieder ein Studium und gab 1799 den Militärdienst auf und schrieb sich an die Universtät seiner Geburtstadt ein, wobei ihn hauptsächlich die Physikvorlesungen Professor Ernst Christian Wünsch‘ interessierten.1800 brach er das Studium wieder ab und begann eine Tätigkeit als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium in Berlin, weil die Familie seiner Braut Wilhelmine von Zenge forderte, dass Kleist ein Staatsamt bekleide. Für das Ministerium war Kleist im Sommer 1800 in geheimer Mission für zwei Monate in Würzburg. Nach einer schweren Lebenskrise unternahm Kleist Reisen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Königsberg 1807 wurde Kleist in Frankreich wegen angeblicher Spionage. In diesen Jahren, begann er seine ersten Werke zu schreiben. Danach zog er rastlos umher und schrieb unregelmäßig an Dramen, lernte aber auch zahlreiche zu der Zeit einflussreiche Persönlichkeiten kennen. 1809 kam Kleist wieder nach Berlin, wo er 1810 ein neues Zeitungsprojekt anschob, das nach einem halben Jahr der Zensur anheimfiel. Geldsorgen und innere Zerrissenheit führten zum Entschluss, seinem Leben ein Ende zu setzen. Gemeinsam mit der unheilbar kranken Henriette Vogel wählte Heinrich von Kleist am 21. 11. 1811 am heutigen Kleinen Wannsee den Freitod.

Geschichtliche Entwicklung:

Die Anhöhen westlich der Altstadt mit Ihren Wallanlagen waren nach 1800 sukzessive bebaut worden, beginnend 1802 mit dem alten Friedhof (Kleistpark). Es entstand ein abwechslungsreicher Stadtteil, meist als Obere Stadt bezeichnet. Dieser blieb auch von größeren Kriegszerstörungen verschont. Die Wohngegend bot recht hohe Lebensqualität durch den Kleistpark als grüne Lunge, sowie viele Villengrundstücke mit großen Gärten. Ebenfalls fanden hier wichtige Schulbauten ihren Platz, so das Realgymnasium oder die Baugewerkeschule, später Heinrich-von-Kleist-Oberschule. Westlich dieser wurde 1907 eine Verbindungstraße von der Luisenstraße, die Kaiserstraße kreuzend, zur Sophienstraße gebaut. Sie erhielt den Namen Kleiststraße. Deren Südteil wurde 1976 bei der kompletten Umgestaltung des Stadtteils der neuentstandenen Franz-Mehring-Straße zugeschlagen, der Nordteil mit einem Doppelhochhaus überbaut. Der Name wechselte auf eine komplett neu errichtete Straße im ehemaligen Ostteil des Kleistparks..