Leopoldufer

Postleitzahl: 15230

Straßenschlüssel: 00554
Leopoldufer

Inkraft getreten: 2002

Postleitzahl:

  • 15230

Stadtgebiet:

  • 12 - Gubener Vorstadt

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Maximilian Julius Leopold von Braunschweig-Wolfenbüttel, Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel und nominell Herzog von Braunschweig und Lüneburg wurde am 11. Oktober 1752 in Wolfenbüttel geboren. Prinz Leopold war ein preußischer Generalmajor und Kommandant der Frankfurter Garnison. Gegenüber den den Soldaten war er menschlich. Soldaten und den Bürgern Frankfurts galt Leopold als Wohltäter. Bekannt machten ihn die Umstände seines Todes. Als 13. Kind hatte Leopold in der Thronfolge wenig Chancen, so dass ihm nur eine militärische Laufbahn blieb. Da seine Lehrer überwiegend im Sinne der Aufklärung lehrten und erzogen, war ihm diese nicht wirklich in die Wiege gelegt. Seine militärische Laufbahn begann er bei der vermutlich überschaubaren Armee des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel, wo er es bis zum Oberst brachte. Seine Bewerbung um eine Regimentsführung im kaiserlich-österreichischen Heer scheiterte an der Tatsache, dass er Neffe des preußischen Königs Friedrich II. war. Dieser 1776 bot ihm den Regimentschefposten des in Frankfurt (Oder) stationierten Infanterieregiments Nr.24 (Dieringshofen) an. Leopld nahm an und wurde sechs Jahre später zum Generalmajor befördert. Leopold sah sich stets als Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft. So ging der Bau der Garnisonsschule (heute Kleist-Museum) auf Leopolds Initiative zurück. Im Frühjahr 1785 wurde Frankfurt(Oder) von einem schweren Hochwasser bedroht. Nachdem sein Regiment 1780 bei einem ähnlichen Ereignis unterstützend tätig war, sah Prinz Leopold es auch jetzt als seine Pflicht an zu helfen. Laut Legende versuchte der Herzog, vom Hochwasser eingeschlossene Bürger der Dammvorstadt zu retten. Sein Kahn kenterte und er ließ in den reißenden Oderfluten sein Leben. Das war am 27. April 1785. Die Frankfurter Freimaurerloge stiftete ein Denkmal für Leopold, der ebenfalls den Freimaurern angehörte. Es wurde 1787 am Prinzenufer in der Dammvorstadt (jetzt Słubice, Republik Polen) aufgestellt und ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. Theodor Fontane erwähnte das Denkmal in seinem Roman ,,Vor dem Sturm“. Seine letzte Ruhestätte fand Leopold in der Krypta des Braunschweiger Doms.

Geschichtliche Entwicklung:

Bis 1945 erinnerte die Straße ,,Prinzenufer" in der damaligen Dammvorstadt mit dem Leopoldsdenkmal an Herzog Leopold von Braunschweig. In den 2000er-Jahren erfolgte im Rahmen des Projekts ,,Südöstliches Stadtzentrum" (Siehe Lehmgasse) die Benennung der Erschließungsstraßen unter der Überschrift ,,Leopold von Braunschweig". Parallel zum alten Oderarm wurde eine neue Erschließungsstraße zwischen Fischerstraße und verlängertem Kellenspring gebaut und 2002 als ,,Leopoldufer" benannt. Die Straße verläuft auf der Flussseite der langestreckten ehemaligen Grundstücke der Fischerstraße.

Karte: