Lienaustraße
Postleitzahl: 15230,15234
Straßenschlüssel: 00216
Lienaustraße
Inkraft getreten: 1927
Postleitzahl:
- 15230
- 15234
Stadtgebiet:
- 14 - Obere Stadt
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Die Lienaustraße trägt ihren Namen zu Ehren der Familie Lienau. Michael Martin Lienau wurde am 21. Januar 1786 in Elmshorn in Holstein geboren, er lernte in Hamburg den Beruf des Weinhändlers. Auf Empfehlung seines Lehrherrn setzte er 1804 seine Lehre bei der Weinhandlung Daub in Frankfurt(Oder) fort, so erfolgreich, dass er seine eigene Weinhandlung 1809 eröffnete, Hierzu 1816 erwarb er das 1788 errichtete spätbarocke Patrizierhaus Oderstraße 15. Zwei Jahre später wurde er Besitzer des Gartengrundstücks Halbe Stadt 29, wo er sich 1836 ein Gartenhaus vom bekannten Berliner Architekten Christian Gottlieb Cantian errichten ließ. Seine Nachkommen machten sich ebenfalls um Frankfurt(Oder) verdient, genannt sein der Sohn Michael Louis Lienau (1811-1885) und Ehefrau Sophie Lienau, Namensgeberin der Sophienstraße (Siehe Sophienstraße), Michael Martin Lienau, Weinhändler, Prähistoriker, geboren am 11.01.1857 in Frankfurt (Oder), gestorben am 26.08.1936 in Frankfurt (Oder). 1904 erlosch die Weinhandelsfirma, das Wohnhaus ging an die Frankfurter Museumsgesellschaft. Das „Lienauhaus“ nahm das lange geplante Heimatmuseum, später „Oderlandmuseum“ auf, bis es 1945 zerstört wurde. Michael Martin Lienau studierte nach Aufgabe der Firma Archäologie. 1923 wurde er als ,,Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer für den Pflegschaftsbezirk Frankfurt a. d. Oder“ und nach Übergabe seiner Sammlung an die Stadt Frankfurt(Oder) zum Städtischen Altertums- und Kunstpfleger auf Lebenszeit bestellt. Eine Biedermeierbibliothek und Lienaus Studienbibliothek von mehreren 1000 Bänden sind erhalten im Bestand des Stadtarchivs.
Geschichtliche Entwicklung:
Die von der Oberen Stadt in Verlängerung der Paul-Steinbock-Straße (jetzt Friedrich-Hegel-Straße) herabführende Straße zur Bergstraße (Am Klingetal) erhielt 1927 den Namen Lienaustraße. Am Fuß des Berges befand sich die Mendesche Ziegelei mit ihrer Tongrube, welche zu der Zeit aufgegeben wurde. Die Grube füllte sich mit Wasser und trägt nunmehr den Namen Lienauteich, dessen Umgebung im Stadtplan von 1934 als Anlagen dargestellt waren. Im genannten Stadtplan befand sich an der Ecke zur Luisenstraße das Pädagogium Traub, zu DDR-Zeiten Berufschule für angehende Handelsmitarbeiter. Heute ist hier eine evangelische Grundschule. Um den Lienauteich herum entstand ab den 1970er-Jahren Frankfurts Botanischer Garten.