Lise-Meitner-Straße
Postleitzahl: 15236
Straßenschlüssel: 00485
Lise-Meitner-Straße
Inkraft getreten: 1996
Postleitzahl:
- 15236
Stadtgebiet:
- 55 - Markendorf-Siedlung
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Lise (Elise) Meitner wurde am 07. November 1878 in Wien geboren. Lise Meitner war eine österreichische Kernphysikerin. 1906 wurde sie an der Wiener Universität promoviert, als zweite Frau im Hauptfach Physik. In Berlin arbeitete sie ab 1907 (für die nächsten Jahrzehnte) mit dem Chemiker Otto Hahn zusammen, von 1912 im Kaiser-Wilhelm-Institut Dahlem. Von 1912 bis 1915 war sie inoffizielle Assistentin bei Max Planck. Hier erforschten sie Radioaktivität und entdeckten radioaktive Isotope. Meitner wurde 1926 wurde Meitner Deutschlands erste Professorin für Physik. 1938 musste sie aus Deutschland fliehen, nachdem die Nazis ihr bereits 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft die Lehrerlaubnis entzogen hatten. Fortan arbeitete Lise Meitner bis 1946 am Nobel-Institut für Physik in Stockholm und anschließend an der Königlichen-Technischen Hochschule, wo sie 1947 Leiterin der kernphysikalischen Abteilung des Physikalischen Instituts wurde. Im Februar 1939 formulierte sie zusammen mit ihrem Neffen Otto Fritsch die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung, die Otto Hahn und Fritz Straßmann am 17. Dezember 1938 auslösten und radiochemisch nachwiesen. Diese Entdeckung eröffnete das Zeitalter der Atomwaffen und der Energiegewinnung mittels Kernkraft. Lise Meitner war inzwischen überzeugte Pazifistin und verbrachte den II. Weltkrieg in Schweden. Später weigerte sie sich, Forschungen zum Bau der Atombombe zu betreiben, trotz Druck aus den USA. 1960 zog Lise Meitner zu ihrem Neffen Otto Frisch nach Cambridge, Hier starb sie am 27. Oktober 1968, drei Monate nachdem Tod Otto Hahns, mit dem sie noch immer freundschaftlich verbunden war.
Geschichtliche Entwicklung:
Mitte der 1990er-Jahre wurde zwischen Markendorf und Markendorf-Siedlung auf der Fläche gerodeter Obstplantagen ein Gewerbegebiet angelegt, in welchem u.a. die Landesversicherungsanstalt des Landes Brandenburg ihren Standort erhielt. Die Straßen wurden 1996 nach Wissenschaftlern, Erfindern oder Industriellen benannt. So erhielt auch 1996 die ,,Lise-Meitner-Straße" ihren Namen.