Ludwig-Feuerbach-Straße

Postleitzahl: 15230

Straßenschlüssel: 00224
Ludwig-Feuerbach-Straße

Inkraft getreten: 1965

Postleitzahl:

  • 15230

Stadtgebiet:

  • 14 - Obere Stadt

Ehemalige Straßennamen:

  • Nietzschestraße, 1938-1965

Erläuterung aktueller Straßenname:

Ludwig Andreas Feuerbach wurde am 28.Juli 1804 in Landshut (Kurfürstentum Bayern) geboren. Feuerbach war ein deutscher Philosoph und Anthropologe. Seine Religions- und Idealismuskritik beeinflusste die Geschehnisse um die Märzrevolution 1848 in Deutschland. Feuerbach schuf einen Erkenntnisstandpunkt der zur Grundlage wichtiger Wissenschaftszweige wie Psychologie und Ethnologie. Feuerbachs Vater war bedeutender Jurist und erhielt Lehraufträge an diversen Universitäten, was mehrfache Umzüge der Familie erklärt. Seine Mutter stammte aus einfachen Verhältnissen. Auch Feuerbachs Brüder schlugen eine wissenschaftliche oder künstlerische Laufbahn ein. Ludwig Feuerbach begann 1823 in Heidelberg ein Theologiestudium. Dabei stieß er auf die Lehren von Friedrich Hegel. 1824 ging er nach Berlin, wo er zwei Jahre lang sämtliche Vorlesungen Hegels besuchte. 1826 kehrte Feuerbach nach Bayern zurück wo er in Erlangen seine Dissertation schrieb. 1828 promovierte er in Philosophie. Es folgte die Habilitation. Danach lehrte er als unbesoldeter Privatdozent in Erlangen. 1830 verfasste er seine Erstlingsschrift zu Tod und Unsterblichkeit. Im Zuge der Pariser Revolutionsereignisse geriet er mit dem religionskritischen Inhalt des Werkes in die Mühlen der preußischen Zensur und seine akademische Laufbahn wurde jäh unterbrochen. Erst im Wintersemester 1835/36 hielt Feuerbach noch einmal Vorlesungen in Erlangen um daraufhin endgültig Abschied vom universitären Lehrbetrieb zu nehmen. Später heiratete Feuerbach 1837 in eine Porzellanmanufaktur ein. Deren bescheidener Erlös ermöglichten Feuerbach freie Forschungs- und Schreibtätigkeit.Ab dem 1. Januar 1838 erschienen die ,,Hallischen Jahrbücher“, ein Sammelbecken der Junghegelianer. Diese Zeitung bot Feuerbach eine Plattform, seine Ideen und Erkenntnisse zu verbreiten. Allerdings wurde sie ebenfalls nach zwei Ausgaben verboten. Zwei Jahre lang entstand eines seiner Hauptwerke ,,Das Wesen des Christentums“, von 1839 bis 1841.Sein Erscheinen macht Ludwig Feuerbach weit bekannt. Weitere Artikel erschienen in den Hallischen Jahrbüchern, nach deren Verbot in den in Dresden verlegten Deutschen Jahrbüchern. Feuerbachs Popularität wuchs. Er verkehrte mit Georg Herwegh, Friedrich Kapp und dem Verleger und Magnaten Cramer-Klett. Auch Kontakte zu Karl Marx und Friedrich Engels waren vorhanden. Der Misserfolg der 1848er-Revolution veranlasste ihn sich zurückzuziehen. In den Folgejahren erlahmte in Deutschland das Interesse am Feuerbachschen Philosophieansatz. Allerdings begann er in Frankreich, England und den USA bekannt zu werden. Erst in der zweiten Hälfte der 1850er-Jahre wuchs in Deutschland wieder das Interesse an Feuerbachs Schriften. Zuwendungen einflussreicher Gönner milderten die größte materielle Not. Die Bismarcksche Reichseinigungspolitik lehnte er ab. Noch 1869 trat Feuerbach in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei ein. Gesundheitlich stark beeinträchtigt durch zwei Schlaganfälle war es ihm kaum mehr möglich die Niederlage der Pariser Kommune und die Kaiserkrönung Wilhelm I. bewusst zu verfolgen. Feuerbach verstarb am 13.September 1872 in Rechenberg bei Nürnberg an den Folgen einer Lungenentzündung. Er fand auf dem Nürnberger Johannisfriedhof seine letzte Ruhestätte.

Geschichtliche Entwicklung:

Zwischen 1910 und 1938 wurden in der Oberstadt die letzten freien Flächen bebaut. Diese lagen im Nordwesten des Stadtteils. Für die Straßenbezeichnungen fanden u.a. die Namen deutscher Philosophen Verwendung, so 1938 in der Nietzschestraße. Diese heißt seit 1965 Ludwig-Feuerbach-Straße.

Karte: