Marienburger Straße

Straßenschlüssel: 07130
Marienburger Straße

Inkraft getreten: 1930, Außerkraft getreten: 1948

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Marienburg, heute Malbork (Republik Polen) ist eine Kreisstadt in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Bekannt wurde die Stadt durch die gleichnamige Marienburg (Zamek w Malborku), einem der weltweit wichtigsten Bauwerke der Backsteingotik. Die Marienburg war von 1309 bis 1457 das Machtzentrum des Deutschordensstaates. Hier residierten die Hochmeister des deutschen Ritterordens, welcher vom polnischen König mit Preußen belehnt worden war. Burg und Stadt liegen im Westen der historischen Landschaft ,,Preußen“ am Nogat, einem Mündungsarm der Weichsel, deren Mündungsdelta sich bis zur 45 Kilometer nördlich gelegenen Danziger Bucht erstreckt. Der Bau der Burg begann 1274 unter Regie von Ordenslandmeister Konrad von Tierberg d.Ä. Mit Errichtung der Stadt wurde zwei Jahre darauf begonnen. 1309 wurde der Sitz des Ordens von Venedig in die Marienburg verlegt. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und dem Königreich Polen-Litauen. 1410 erlitt der Ritterorden bei der Schlacht von Grunwald (Tannenberg) eine militärische Niederlage. Hochmeister Heinrich von Plauen ließ die Stadt niederbrennen und zog sich mit den verbliebenen Kämpfern auf die Burg zurück und konnte deren Belagerung abwehren. 40 Jahre darauf gab es innerhalb des Ordens Streitigkeiten um ausstehende Soldzahlungen. Die Söldner eroberten die Marienburg und verkauften sie dem polnischen König. Im zweiten Frieden von Thorn kam es 1466 zu weitrechenden politischen und territorialen Veränderungen zu Gunsten Polens. Stadt und Burg Marienburg wechselten vom Ordensstaat an den autonomen ,,Ständestaat Preußen Königlichen Anteils“ (woraus später Westpreußen hervorging), welcher sich freiwillig der Oberhoheit der polnischen Krone unterstellte. Die westpreußischen Städte behielten viele Privilegien. Zwischen 1626–1629 und 1656–1660 war die Stadt ununterbrochen von Schweden besetzt. Im Rahmen der I. polnischen Teilung gelangte Marienburg 1772 an das Königreich Preußen. Von 1851 bis 1857 wurde Marienburg an die Ostbahn angeschlossen und mächtige Brückenbauwerke über den Nogat entstanden, die am 9. März 1945 zerstört wurden. Die gegenwärtige Brücke wurde 1972 bis 1975 gebaut. Nach dem I. Weltkrieg verblieb Marienburg nach Volksabstimmung bei Deutschland kam jedoch zu Ostpreußen, da Westpreußen im polnischen Korridor aufging. Gegen Ende des II. Weltkriegs eroberte die Rote Armee im Januar 1945 das Marienburger Umland. Die Stadt fiel, schwer zerstört, am 9.März des Jahres in sowjetische Hände. Marienburg stand nach dem Weltkrieg unter polnischer Verwaltung. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde sie Teil der Republik Polen. und zählt derzeit über 38.000 Einwohner. Die Burganlage gehört seit 1997 zum UNESCO- Weltkulturerbe.

Geschichtliche Entwicklung:

Mitte der 1920er-Jahren gab es zahlreiche Bestrebungen, die von Kießling erbaute ,,Eisenbahner-Siedlung Ostmark"( heute ,,Paulinenhof") nach Westen zu erweitern. Diese Bebauung erfolgte auch, allerdings nicht im von Kießling bevorzugten ,,Heimatstil". Von der Hindenburgstraße südwärts führte auf der Karte von 1925 der Heimchengrund, dessen südlich gelegener Teil zwischen Wieselspring und Bismarckstraße etwa ab 1938 den Namen: ,,Marienburger Straße" erhielt. 1948 wurde die Marienburger Straße in Schalmeienweg umbenannt.