Maurice-Thorez-Straße

Straßenschlüssel: 07041
Maurice-Thorez-Straße

Inkraft getreten: 1978, Außerkraft getreten: 1991

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Maurice Thorez wurde am 28.April 1900 in Noyelles-Godault geboren. Thorez war ein französischer Politiker und von 1930 bis 1964 Generalsekretär der Französischen Kommunistischen Partei und 1946/47 Vizepremierminister. Der Arbeitersohn begann sich schon 19-jährig politisch zu engagieren. 1920 wurde er Mitglied der kommunistischen Partei. Er rückte rasch auf wichtige Posten vor und wurde 1926 Mitglied des KPF-Politbüros. Auf Grund seines Widerstands gegen den Marokkokrieg musste er zwischen 1929 und 1930 eine Haftstrafe absitzen.1930 wurde Thorez mit Josef Stalins Rückendeckung Generalsekretär der KPF. Trotz selbst erklärter Feindschaft zur Sozialistische Partei schloss er einen mit dieser und den Radikalsozialisten einen zur Bildung der Volksfront ab. Diese übernahm unter Premierminister Leon Blum 1936 an die Macht in Frankreich. 1939 wurde die KPF unter Thorez‘ Führung wegen des Hitler-Stalin-Pakts aus der Volksfrontregierung ausgeschlossen. Kurz nach Kriegsbeginn desertierte der als Reservist eingezogene Thorez und floh über Belgien nach Moskau. Das führte zur Verurteilung in Abwesenheit und Aberkennung der Staatsbürgerschaft. Nach der Befreiung wurde Thorez begnadigt und kehrte nach Frankreich zurück. Im November 1945 berief ihn de Gaulle als Minister ohne Geschäftsbereich und ab 1946 bis zu seinem Tod 1964 war er Mitglied der regulären Nationalversammlung an. Zwischen Januar 1946 und Mai 1947 war er Vizepremierminister. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich von 1950 an ständig, dennoch behielt er bis kurz vor seinem Tode 1964 die Leitung der KPF. Inzwischen Ehrenvorsitzender verstarb Maurice Thorez bei einer Schiffsreise in die Türkei an Bord der „Latwija“ am 11. Juli 1964.

Geschichtliche Entwicklung:

Der Stadtteil Neuberesinchen entstand seit 1977 auf einer Fläche, die im Norden von der Großen Müllroser Straße, im Westen vom Gelände des Lutherstifts und des Hauptfriedhofs, im Süden von der Eisenbahnlinie nach Grunow und im Osten von der Eisenbahnlinie nach Guben begrenzt wird. Dort fanden sich bis dato Felder, Gärten und eine lockere Eigenheimbebauung. Eine Stichstraße, die im III. Wohnkomplex von der Georgi-Dimitroff-Straße (heute Mühlenweg) abging, erhielt 1978 den Namen Maurice-Thorez-Straße. 1981 ordnete man dieser zwei Häuser, die zuvor zur Güldendorfer Straße gehörten zu. 1991 erfolgte die Umbenennung in Martin-Opitz-Straße.