Memeler Platz

Straßenschlüssel:
Memeler Platz

Inkraft getreten: 1933, Außerkraft getreten: 1953

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Memeler Platz: Die bis 1920 deutsche Stadt Memel heißt heute Klaipėda und ist Teil der Republik Litauen. Die Stadt hat derzeit 166.861 Einwohner (2021) und besitzt einen wichtigen Ostseehafen, 50 km vor der Mündung des Flusses Memel (Njemen) ins Kurische Haff (Ostsee). Eine hölzerne Burg der Kuren wurde 1252 von Ordensrittern erobert, die hier die,,Memelburg“ errichteten. 1253 entstand daneben die Stadt Memel durch Dortmunder Kaufleute. 1328 wurde der Deutsche Orden Eigentümer von Burg und Stadt. Dieser geriet nach 1411 in Konflikt mit den Ständen, die sich im Preußischen Bund zusammenschlossen und sich dem König von Polen unterstellten. Die Zeiten blieben unruhig, Memel wurde in der Folge mehrfach zerstört. Nach dem Tod des letzten Hochmeisters des Deutschen Ordens trat Albrecht von Hohenzollern in das Erbe ein. Preußen wurde 1525 weltliches Herzogtum und erster evangelisch-lutherischer Staat der Welt. Seit 1619 wurden Preußen und Brandenburg in Personalunion von den hohenzollerschen brandenburgischen Kurfürsten regiert. Memel kam von 1629 bis 1635 unter Verwaltung durch Schweden. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg wurde Memel 1678 niedergebrannt. Im Siebenjährigen Krieg besetzten russische Truppen Memel, wie ebenso im I.Weltkrieg kurzzeitig 1915 kurzzeitig. Im Versailler Vertrag verzichte Deutschland auf alle Ansprüche und Rechte im Memelgebiet. 1923 wurde dieses Bestandteil Litauens. 1939 annektierte das Deutsche Reich. die Stadt Memel. 1945 gliederte man die Stadt unter dem Namen Klaipeda der Sowjetunion an. Sie gehörte zur Litauischen SSR, welche 1990 wieder unabhängig wurde.

Geschichtliche Entwicklung:

Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte nach Frankfurt zu ziehen wo nun Wohnungen benötigt wurden. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch den Memeler Platz, der seinen Namen 1933 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt, wie in diesem Fall 1953 nach Johann Sebastian Bach. Der Johann-Sebastian-Bach-Platz, der immer eine Grünfläche ohne zugeordnete Gebäude bezeichnete, ist in den Frankfurter Stadtplänen bis 1990 zu finden. Nach 1997 wurde dieser Platz mit einer Reihenhauswohnanlage überbaut. Die neuentstandenen Wohnhäuser ordnete man der Georg-Friedrich-Händel-Straße und der Friedrich-Ebert-Straße zu.