Mitschurinstraße

Straßenschlüssel:
Mitschurinstraße

Inkraft getreten: 1964, Außerkraft getreten: 1980

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Iwan Wladimirowitsch Mitschurin wurde am 15. Oktober (nach julianischem Kalender) bzw. 27. Oktober 1855 (nach gregorianischem Kalender) im Gouvernement Rjasan im Russischen Kaiserreich geboren). Mitschurin war ein russischer Botaniker und Pflanzenzüchter. Er begann 1875 mit der Züchtung von Pflanzensorten, um diese besser an unwirtliche Umgebungsbedingungen anzupassen. Hierzu zählen insbesondere kälte- und dürrefeste Getreide- und Obstarten. Dadurch wurde es für weite Gebiete Russlands möglich, trotz tiefer Wintertemperaturen Landwirtschaft und Obstanbau zu betreiben. Zu zaristischen Zeiten stand man Mitschurins Forschungen skeptisch gegenüber. Das änderte sich nach der Oktoberrevolution. Die nun zuständigen Sowjetorgane verfolgten seine Arbeit mit großem Interesse und stellten ihm erforderliche Mittel bereit. Dadurch gelang Mitschurin 300 neue Sorten schaffen, die Russlands raues Klima vertrugen. Allerdings interpretierte Mitschurin seine praktischen Ergebnisse unrichtig und stellte die Mendelsche Vererbungslehre in Frage. Weite Teile der sowjetischen Wissenschaft schlossen sich seiner Interpretation an, was Auswirkung auf die Landwirtschaft im osteuropäischen Raum bis in die 1950er-Jahre hinein hatte. Sein wichtigstes Anliegen waren jedoch die Schulgärten und die Einbeziehung der Naturwissenschaften, wie der der Botanik in die Erziehung der Jugend. Wenige Tage vor seinem Tod wurde er Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion. Mitschurin verstarb am 07. Juni 1935.

Geschichtliche Entwicklung:

Im Stadtplan von 1925 findet sich eine Straße ,,Kiesberg". Auf dem Plan von 1939 findet sich für den Ostteil der Straße die Bezeichnung ,,Gustav-Adolf-Straße", währed der Westteil ohne Benennung blieb. 1964 taucht Name Mitschurinstraße auf. 1980 wurde die vorhandene Bebauung abgerissen und danach die Straße mit dem IV. Wohnkomplex Neuberesinchen überbaut. Bis 1992 existierte die Mitschurinstraße noch als Postadresse.