Ostmarkstraße
Straßenschlüssel: 07121
Ostmarkstraße
Inkraft getreten: 1923, Außerkraft getreten: 1947
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Ostmarkstraße: Da sich der Begriff,,OstmarK" in kurzen Zeiten mehrwach radikal wandelte, ist die Erläuterung des Namen Ostmarkstraße etwas heikel. 1938 bis Kriegsende 1945 wurde das an Hitlerdeutschland angeschlossene Österreich offiziel als ,,Ostmark" bezeichnet. Davor war Ostmark stets ein nicht klar eingegrenztes Gebiet. Mark war seit Alters her die Bezeichnung für ein Grenzland: Mark Brandenburg, Mark Lausitz oder Mark Meißen. Demzufolge ist die Ostmark östliches Grenzgebiet, da sich die Ostgrenze Deutschlands in der Vergangenheit regelmäßig verschob, veränderte sich die Lage der als ,,Ostmark" bezeichneten Gebiete ständig. In Falle der Benennung der Ostmarkstraße sind damit die Gebiete gemeint, die im Ergebnis des Versailler Vertrages den wiedergegründeten polnischen Staat zugesprochen wurden. Von 1920 bis 1938 fiel der Name dem östlichen Regierungsbezirk der preußischen Provinz Brandenburg mit Sitz in Frankfurt(Oder) zu. So richtete Frankfurt(Oder) Mitte der 1920er-Jahre die sogenannte Ostmarkschau, eine Industrie- und Gewerbeausstellung, aus.
Geschichtliche Entwicklung:
Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden.. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dm Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch die Ostmarkstraße, die ihren Namen 1923 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Gebiete tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt, oder wie in diesem Fall 1948 nach dem von den Nazis hingerichteten Hermann Bojan.