Otto-Grotewohl-Straße

Straßenschlüssel: 07016
Otto-Grotewohl-Straße

Inkraft getreten: 1966, Außerkraft getreten: 1992

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Otto Emil Franz Grotewohl wurde am 11. März 1894 in Braunschweig geboren. Grotewohl war ein deutscher Politiker. Er war Mitglied des Politbüros der SED. Von 1949 bis 1964 übte er das Amt des Ministerpräsidenten der DDR aus. Otto Grotewohl machte zwischen 1908 bis 1912 eine Lehre als Buchdrucker. Im I. Weltkrieg wurde er mehrfach verwundet. Von 1918 bis 1922 gehörte Grotewohl der USPD an und saß für diese von 1920 an im Landtag des Freistaats Braunschweig. Später gehörte er diesem für die SPD bis 1926 an. angehörte. Hier war er Minister für Justiz und Volksbildung. 1928 wurde Grotewohl Präsident der Landesversicherungsanstalt. Am 31. Oktober 1925 wurde Grotewohl als Nachrücker Mitglied des Reichstags. Diesem gehörte er bis 1933 an. Nach Hitlers Machtergreifung verlor er seine Ämter. Grotewohl verließ Braunschweig und war in Hamburg und Berlin als Lebensmittelhändler und Industrievertreter tätig und im sozialdemokratischen Widerstand aktiv. 1938 war er wegen Hochverrats vor dem Volksgerichtshof angeklagt, ohne dass es zur Verurteilung kam. Nach Attentat auf Hitler durch Georg Elser in München kam Grotewohl für acht Wochen in Untersuchungshaft. Nach dem Hitlerattentat vom 20. Juli 1944 tauchte er aus Sorge vor erneuter Verhaftung unter. Nach Kriegsende, am 17. Juni 1945 war Otto Grotewohl Mitunterzeichner des Gründungsaufrufs für die Berliner SPD. Er wurde zum führenden Befürworter der Vereinigung von SPD und KPD zur SED, nachdem er zur Sowjetischen Militäradministration einbestellt worden war. Während sich die SPD in den Berliner Westsektoren gegen eine Zwangsvereinigung aussprach, wurde die Abstimmung im Ostteil durch die SMAD verhindert. Am 22.April 1946 fand der Vereinigungsparteitag statt. Grotewohl wurde neben Wilhelm Pieck Vorsitzender der SED. Bald schon rissen Ulbricht und Pieck Dank sowjetischen Einflusses die Meinungshoheit in der vereinigten Partei. 1948 wurde Grotewohl Vorsitzender des Verfassungsausschusses und nach DDR-Gründung am 7. Oktober 1949 deren Ministerpräsident. 1960 zog er sich aus Gesundheitsgründen aus dem politischen Leben zurück, wobei sein Amt faktisch durch seinen Ersten Stellvertreter und späteren Nachfolger Willi Stoph, ausgeübt wurde. Grotewohl starb am 21. September 1964 in Berlin. Seine Urne wurde in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde bestattet.

Geschichtliche Entwicklung:

Im Stadtplan von 1925 findet man erstmals die Markendorfer Straße, welche die Hindenburgstraße (August-Bebel-Straße) mit dem Straßenzug Damaschkeweg/Gelbe Presse verband. Deren Verlängerung zur Leipziger Straße entstand 1933 und erhielt den Namen Weinbergweg. Im Stadtplan von 1964 hatte der gesamte Straßenzug zwischen August-Bebel-Straße und Wilhelm-Pieck-Straße den Namen Otto-Grotewohl-Straße. Um 1976 wurde diese bis zur Heinrich-Hildebrandt-Straße verlängert. 1992 erhielten Markendorfer Straße und Weinbergweg ihren alten Namen zurück. Der Abschnitt Leipziger Straße- Heinrich-Hildebrandt-Straße wurde in Robert-Havemann-Straße umbenannt.