Otto-Hahn-Straße
Postleitzahl: 15236
Straßenschlüssel: 00574
Otto-Hahn-Straße
Inkraft getreten: 2006
Postleitzahl:
- 15236
Stadtgebiet:
- 54 - Markendorf
Ehemalige Straßennamen:
- Ringstraße, 1993-2007
Erläuterung aktueller Straßenname:
Otto Emil Hahn wurde am 8. März 1879 in Frankfurt am Main geboren. Hahn war ein deutscher Chemiker. Er gilt als Begründer der Radio- und der Kernchemie. Gemeinsam mit Fritz Straßmann entdeckte Hahn 1938 die Kernspaltung. Somit eröffnete er quasi das Atomzeitalter ein. Dafür erhielt Hahn 1945 den Chemie-Nobelpreis. Hahn studierte in Marburg und München Physik und Chemie. 1904 kam er an das University College London, 1905 an die Universität Montreal. Von 1906 arbeitete er an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Hier entdeckte Hahn 1909 den radioaktiven Rückstoß. in Berlin. 1910 wurde er Mitglied der Radiumstandard-Kommission. Hahn war ab 1912 Leiter der radiochemischen Abteilung am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem. Im I. Weltkrieg war er Offizier im ,,Gasregiment“ und erhielt hohe militärische Auszeichnungen. Seine Kriegserfahrungen bewirkten, dass er dem militärischen Einsatz der Kernspaltung stets kritisch gegenüber stand. Seit den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki war zum erbitterten Gegner nuklearer Aufrüstung geworden. Ab 1946 war Hahn letzter Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) und von 1948 bis 1960 erster Präsident der aus der KWG hervorgegangenen Max-Planck-Gesellschaft. Otto Hahn kämpfte für die friedliche Nutzung der Kernenergie und für globale Völkerverständigung und Entspannungspolitik. Dafür wurde Hahn international hohes Ansehen zu Teil. Otto Hahn starb am 28. Juli 1968 in Göttingen.
Geschichtliche Entwicklung:
1959 wurde in Frankfurt(Oder) der VEB Halbleiterwerk Frankfurt(Oder) gegründet. Ab 1961 begann man auf einem ehemaligen Militärübungsplatz nahe des Ortsteils Markendorf mit dem Aufbau eines neuen Werks, welches fortlaufend erweitert wurde. Bis 1989 waren über 8000 Mitarbeiter dort beschäftigt. Produziert wurden zunächst bipolare Halbleiter, danach bipolare Schaltkreise, ab Mitte der 1980er-Jahre sogenannte CMOS-Taschenrechnerschaltkreise. Nach den politischen Umbrüchen ab 1989 waren durch das Ende der Abschottung der DDR-Volkswirschaft die Erzeugnisse des Werks unwirtschaftlich und veraltet. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos, so das das Werk bzw. seine Nachfolger letztendlich abgewickelt wurde. Auf dem Gelände siedelten sich diverse Mittel- und Kleinunternehmen an. Um diese leichter aufzufinden, beschloss man, allen eine eigene Anschrift zuzuordnen. Das Werkstraßensystem wurde 1993 als öffentliche Straße mit der Bezeichnung Ringstraße gewidmet. Diese wurde 2007 aufgehoben und die einzenen Teilabschnitte erhielten eigene Namen, hauptsächlich nach bedeutenden Naturwissenschaftlern, Technikern, Industriellen, wie hier nach Otto Hahn.