Otto-Nagel-Straße
Postleitzahl: 15234
Straßenschlüssel: 00253
Otto-Nagel-Straße
Inkraft getreten: 1976
Postleitzahl:
- 15234
Stadtgebiet:
- 41 - Nuhnen Vorstadt
Ehemalige Straßennamen:
- Tirpitzstraße, 1920-1948
- Friedrich-Naumann-Straße, 1948-1975
Erläuterung aktueller Straßenname:
Otto Nagel wurde am 27. September 1894 in Berlin-Wedding geboren. Nagel war ein deutscher Maler. Er wuchs in einem sozialdemokratischen Elternhaus auf. Er besuchte die Volksschule. Danach begann er eine Glasmalerlehre, die er nicht abschloss. Er war dann als Transportarbeiter tätig. 1912 wurde Nagel SPD-Mitglied. Wegen Kriegsdienstverweigerung kam er ins Straflager. 1917 ging er in die USPD, 1918 in die KPD. 1919 begann Otto Nagel zu malen. Vorbild war August Macke. Im Jahr 1922 wurde Nagel Mitinitiator der Künstlerhilfe in der Internationalen Arbeiterhilfe. Er organisierte die Erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung in der Sowjetunion. 1926 stellte Otto Nagel erstmals eigene Bilder in einer Weddinger Kneipe aus. Mit Heinrich Zille und Käthe Kollwitz verband Nagel enge Freundschaft. . Zwischen 1928 und 1932 war Nagel Herausgeber und Redaktionsleiter der Satirezeitschrift ,,Eulenspiegel“ und betreute 1932 die Käthe-Kollwitz-Ausstellungen in Moskau und Leningrad. Die Wahl Nagels 1933 zum Vorsitzenden des Reichsverbandes der bildenden Künstler Deutschlands wurde von den Nazis annulliert. Während der Nazizeit war Nagel mehrfach inhaftiert worden. Er erhielt Arbeitsverbot und musste sich als Straßenmaler durchschlagen. Einige seiner Werke wurden als sogenannte entartete Kunst vernichtet. Nach Kriegsende arbeitete Nagel wieder als Maler und bildete Schüler aus. 1945 war er Mitbegründern des Kulturbunds. Er war Mitglied der DDR-Volkskammer. Nagel war von Erster Vorsitzender und später Präsident des Verbands Bildender Künstler der DDR (VBK) und der Akademie der Künste der DDR. Otto Nagel verstarb am 12. Juli 1967 in Berlin-Biesdorf und wurde in der Künstlerabteilung des Berliner Zentralfriedhofs Friedrichsfelde beigesetzt. Gerhard Thieme schuf ihm zu Ehren ein Grabmal. Sein Grab ist Ehrengrab des Landes Berlin.
Geschichtliche Entwicklung:
In den späten 1920er- und 1930er dehnte sich die Bebauung in der Nuhnenvorstadt (West) auch nördlich der Hindenburgstraße (heute August-Bebel-Straße) zwischen den Kasernenkomplexen aus. Auf dem Stadtplan von 1925 findet man die Tirpitzstraße. Diese verlief parallel zur Artilleriekaserne (,,Rote Kaserne"). 1948 wurde sie in Friedrich-Naumann-Straße umbenannt. Seit 1975 heißt sie Otto- Nagel-Straße.