Pablo-Neruda-Block
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00254
Pablo-Neruda-Block
Inkraft getreten: 1976
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 13 - Halbe Stadt
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Pablo Neruda hieß eigentlich Ricardo Eliécer Neftalí Reyes Basoalto. Er wurde am 12. Juli 1904 in Parral geboren. Neruda war ein chilenischer Dichter, Schriftsteller, Diplomat und Antifaschist. Er war Träger des Literaturnobelpreises 1971. Er besuchte bis 1920 die Knabenschule von Temuco, wo er die Dichterin und spätere Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral kennen, die in ihm die Liebe zur Literatur und Dichtung weckte. Bereits 1919 erhielt Neruda einen dritten Preis für ein selbstverfasstes Gedicht. Seit 1920 trägt er seinen Künstlernamen nach dem tschechischen patriotischen Dichter Jan Neruda. 1921 bis 1926 studierte er Französische Sprache und Pädagogik an der Universidad de Chile in Santiago. 1923 erschien sein erstes Buch. Allerdings musste er dieses selbst finanzieren. Von 1927 an war er Honorarkonsul in Südostasien, in Birma, Deylon, Singapur und Niederländisch-Indien, ab 1933 in Buenos Aires. Hier traf er den spanischen Dichter Federico Garcia Lorca. 1934 wurde Neruda chilenischer Konsul in Spanien, wo er Garcia Lorca wiedertraf und sich mit ihm anfreundete. Garcias Ermordung während des Franco-Putsches 1936 veranlasste Neruda, sich gegen Franco zu engagieren. Neruda Werke nahmen fortan meist politischen Bezug. Nach Rückkehr in seine Heimat Chile 1938 war er als Redakteur tätig. 1939 kam in Chile die Volksfront an die Regierung. Neruda setzte sich für in Europa verfolgte Antifaschisten ein und half ihnen bei der Ausreise nach Chile. 1943 verließ er den diplomatischen Dienst und kehrte er nach Santiago de Chile zurück. 1945 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles. Später wandelte sich Neruda zum Gegner der Regierung Gonzalez. Er musste in den Untergrund gehen. In dieser Zeit entstanden große Teile von Nerudas Hauptwerk ,,Canto General". Über Buenos Aires gelang ihm die Flucht nach Europa. 1952 kehrte Neruda in seine Heimat zurück. 1953 erhielt er den Stalinpreis. Nach dem 1970 Salvador Allende die Präsidentschaftswahlen gewann, wurde Neruda Botschafter in Paris. Zu der Zeit verschlechterte sich seine Gesundheit stetig. Am 23. September 1973 verstarb Neruda, zwölf Tage nach dem blutigen Pinochet-Putsch, unter mysteriösen Umständen. Nerudas Begräbnis wurde zum ersten großen öffentlichen Protest gegen die Militärjunta.
Geschichtliche Entwicklung:
Im Zuge des Entstehens des Wohngebietes ,,Halbe Stadt" wurde die Südostecke zwischen der Franz-Mehring-Straße und der Straße: ,,Halbe Stadt" mit vier Wohnhochhäusern bebaut. Die Anliegerstraße erhielt 1976 den Namen ,,Pablo-Neruda-Block".