Posener Ring
Straßenschlüssel: 07128
Posener Ring
Inkraft getreten: 1923, Außerkraft getreten: 1925
Ehemalige Straßennamen:
Erläuterung aktueller Straßenname:
Posener Ring: Posen (polnisch Poznań) ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Großpolen. Mit 532.048 (31.12.2020) belegt es derzeit Platz 5 unter den polnischen Städten. Posen war bis 1920 Hauptstadt der preußischen Provinz Posen. Poznań ist eine der wichtigsten polnischen Industriestädte. Es beherbergt in seinen Mauern die Adam-Mickiewicz-Universität und ist somit bedeutendes Zentrum von Lehre und Forschung. Die Stadt liegt in liegt am Fluss Warthe (Warta) auf etwa 60 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Nachdem während der Völkerwanderung diese Gegend westwärts verließen siedelten slawische Volksstämme aus dem Osten an. Posens Ersterwähnung erfolgte im Zusammenhang mit dem ersten polnischen Bischofssitz am Ort im Jahre 968. Im Vorgängerbau des heutigen Doms wurden Polens erste Herrscher bestattet. Posen war um 1000 eine der am stärksten ausgebauten Festungen, als Bolesław I Chrobry, das Land zum Königreich erhob. Die Herrscher und ihre Sitze wechselten. Vorbild. Als Gründung deutscher Einwanderer erhielt 1253 die Altstadt auf dem linken Wartheufer Magdeburger Stadtrecht. Przemysław residierte als König auf dem Posener Königschloss. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit. 1519 stiftete Bischof Jan Lubrański ein Kollegium, die Keimzelle der späteren Im 17. und 18. Jahrhundert sorgten Kriege, Katastrophen sowie veränderte Handelsrouten für einen Bedeutungsverlust Posens. Nach der Zweiten Polnischen Teilung wurde Posen preußisch. 1793 die beiden Teilstädte Posens vereinigt. Die Stadt Posen wurde nach Preußens Niederlage 1806 gegen Napoleons Truppen Teil des Großherzogtums Warschau, um fünf Jahre später auf dem Wiener Kongress wieder an Preußen zu kommen Preußen zugeschlagen. Bis 1848 galt das Gebiet de facto als Großherzogtum, danach nur noch als Provinz. Im Rahmen des Bismarckschen Kulturkampf gegen die Katholische Kirche erlebte die polnische Bevölkerung ökonomische Repressionen sowie die Unterdrückung ihrer Sprache. In dieser Zeit erlebte Posen ein Beispielloses Bauprogramm. Höhepunkt war die Errichtung des Hohenzollernschlosses 1905–1910. Nach der deutschen Niederlage im I. Weltkrieg kam es zum Großpolnischen Aufstand mit dem Ziel, Stadt und Provinz in den neuen polnischen Staat einzugliedern. In der Zwischenkriegszeit wurde Poznań wichtige Handels- , Banken- ,Universitäts- und Messemetropole des jungen Staats. Nach dem Überfalls Hitlerdeutschland auf Polen wurde die Stadt Hauptstadt des Reichsgaus ,,Wartheland“. Im Februar 1945 eroberte die Rote Armee Posen. 1945 bis 1990 gehörte Poznań zur Volksrepublik Polen, aus welchem am 1. Januar 1990 die Republik Polen entstand. Während der kommunistischen Zeit kam es 1956 zum Poznańer Aufstand, der durch die polnische Volksarmee niedergeschlagen wurde und der 74 Todesopfer forderte.
Geschichtliche Entwicklung:
Nach dem verlorenen I.Weltkrieg, gingen weite Teile der preußischen Provinzen Westpreußen, Posen und Oberschlesien an die neu entstandene Republik Polen bzw. die Freie Stadt Danzig. Weite Gebiete der Eisenbahndirektionen Posen, Danzig und Bromberg kamen an diese beiden Staaten. Der bei Deutschland verbliebene Rest wurde 1920 zur Reichsbahndirektion Osten zusammengefasst, die 1923 ihren Sitz in Frankfurt nahm. Das bedeutete für zahlreiche Angestellte, nach Frankfurt zu ziehen, wo nun Wohnungen benötigt wurden.. Dafür stellte die Stadt Frankfurt an der Oder auf dem Gelände des einstigen Gutes Paulinenhof große Flächen Bauland zur Verfügung. Der Architekt Martin Kießling wurde mit dem Bau beauftragt und schuf eine gartenstadtähnliche Siedlung. Deren Straßen benannte man nach den früheren Heimatorten der neuen Bewohner. So auch den Posener Ring, der seinen Namen 1923 erhielt. Die nach dem zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten wollten die Erinnerung an die einst deutschen Städte tilgen. Die Straßen wurde meist nach bekannten Komponisten umbenannt, so wie in diesem Fall 1953 nach dem Russischen Komponisten Peter Tschaikowski.