Rathenaustraße

Postleitzahl: 15234

Straßenschlüssel: 00279
Rathenaustraße

Inkraft getreten: 1948

Postleitzahl:

  • 15234

Stadtgebiet:

  • 41 - Nuhnen Vorstadt

Ehemalige Straßennamen:

  • Schlageterstraße, 1934-1948

Erläuterung aktueller Straßenname:

Rathenaustraße: Walther Rathenau wurde am 29. September 1867 in Berlin geboren. Rathenau war ein jüdisch deutscher Industrieller, Schriftsteller und Politiker. Im I. Weltkrieg organisierte er die Kriegswirtschaft mit. Und galt seinerzeit als Anhänger des Siegfriedens. Später wurde Rathenau Mitglied der linksliberalen DDP. Im Februar 1922 wurde er Reichsaußenminister, musste sich gegen zahlreiche Vorwürfe wehren, er liefere Deutschland an die Siegermächte aus. Walter Rathenau wurde am 24. Juni 1922 von Handlangern rechtsradikaler Kreise ermordet. Rathenau war ursprünglich nationalistisch, was sich auch in zahlreichen seiner Schriften niederschlug, die er zu politischen und ökonomischen Themen verfasste. Walther Rathenau stammte aus einer Industriellenfamilie. Sein Vater war Mitbegründer der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft. Nach Abschluss des Gymnasiums 1886 bis 1889 studierte er in Straßburg und Berlin Physik, Chemie und Philosophie, anschließend in München Maschinenbau. Von Oktober 1890 bis zum September 1891 leistete Rathenau seinen Militärdienst ab. Der Wunsch, Reserveoffizier zu werden, scheiterten an seinem Bekenntnis zum jüdischen Glauben. 1892 sammelte er praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der technischen Elektrochemie in der Schweiz. Unter seiner Ägide wurde 1893 die Elektrochemische Werke Berlin GmbH gegründet, für die Industrieanlagen im Raum Bitterfeld errichtet wurden. Walther Rathenau war somit Begründer der Mitteldeutschen Chemieregion. 1894 wurde er Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Ab 1899 übernahm Rathenau leitende Positionen in der AEG. Seit 1904 war er in über 80 Aufsichtsratsposten tätig. Nach 1907 begleitete er als Wirtschaftsexperte Inspektionsreisen durch die Deutschen Kolonien. Seine erfolgreich betriebene Kartellpolitik qualifizierte ihn ab 1914 als Organisator der deutschen Kriegsrohstoffversorgung. Er unterstützte Forderungen, Belgische Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu holen.1917 plädierte er in seinem Buch ,,Von kommenden Dingen“ für Wirtschafts- und Verfassungsreformen. Wegen Ausbleiben des erhofften Aufstiegs zog Rathenau sich wieder zurück widmete sich der Rüstungsfabrikation der AEG und Planungen zur Rückumstellung auf die Friedensproduktion. 1918 wandte sich Rathenau gegen den Waffenstillstand Im Mai 1921 wurde Rathenau Wiederaufbauminister im Kabinett des Reichskanzlers Joseph Wirth. Am 31. Januar 1922 wurde Rathenau zum Außenminister ernannt. Als dieser schloss er mit Sowjetrussland den Vertrag von Rapallo, um Deutschland außenpolitisch mehr Handlungsfreiheit zu verschaffen. Zuvor war er bereits regelmäßig von rechtsextremer Seite verbal angegriffen worden. Am Morgen des 24. Juni 1922, einem Samstag, wurde Rathenau bei einem Attentat fünf Maschinengewehrkugeln tödlich getroffen. Die Attentäter aus dem Kreis der berüchtigten Organisation Consul erhielten, so man ihnen habhaft wurde, drastische Strafen. An die Ermordung Rathenaus erinnert ein am 23. Oktober 1946 gesetzter Gedenkstein in der Koenigsallee in Berlin-Grunewald.

Geschichtliche Entwicklung:

In den späten 1920er- und 1930er dehnte sich die Bebauung in der Nuhnenvorstadt(West) auch nördlich der Hindenburgstraße (heute August-Bebel-Straße) zwischen den Kasernenkomplexen aus. Auf dem Stadtplan von 1925 findet man die Rathenaustraße. Diese verlief von der Hindenburgstraße nordostwärts und und endete am ,,Klingetal". Spätestens 1934 wurde sie in Schlageterstraße umbenannt. 1948 erfolgte die Rückbenennung in Rathenaustraße.

Karte: