Robert-Havemann-Straße
Postleitzahl: 15232,15236
Straßenschlüssel: 00413
Robert-Havemann-Straße
Inkraft getreten: 1992
Postleitzahl:
- 15232
- 15236
Stadtgebiet:
- 51 - Winzerviertel
Ehemalige Straßennamen:
- Otto-Grotewohl-Straße, 1966-1992
Erläuterung aktueller Straßenname:
Robert Hans Günther Havemann wurde am 11.März 1910 in München als Sohn eines Lehrers geboren. Zwischen 1929 und1933 studierte Havemann Chemie in München und Berlin. Als überzeugter Nazi-Gegner stand er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) nahe. Er schloss sich 1932 der aus Kommunisten und Sozialdemokraten bestehenden Widerstandsgruppe ,,Neu Beginnen" an. Von 1933 arbeitete Havemann bis 1935 als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Krankenhaus Moabit. Er promovierte zum Doktor der Philosophie. Später war er Mitarbeiter der militärärztlichen Akademie und ab 1937 Assistent am Pharmakologischen Institut in Berlin und habilitierte 1943 an der Universität Berlin. 1942 war er Mitbegründer der Widerstandsgruppe ,,Europäische Union". 1943 wurde Havemann von der Gestapo vehaftet und durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde nicht vollstreckt. Robert Havemann musste in Gefangenschaft kriegswichtige Forschungsarbeit leisten. 1945 wurde das Zuchthaus Brandenburg befreit. Fortan war Havemann als Verwaltungsdirektor am Neuköllner Krankenhaus tätig und leitete das Kaiser-Wilhelm-Institut. 1946 erhielt Havemann eine Professur an der Humboldt-Universität. Nach Wahl in die DDR-Volkskammer verlor er seine Anstellungen in West-Berlin. In den 1950er-Jahren war Havemann treuer Gefolgsmann der SED-Politik. Ab 1956 jedoch gerät er wegen kritischer Schriften und Meinungsäußerungen erstmals mit der DDR-Nomenklatura in Konflikt. Zwischen 1962 und 1964 werden seine Vorlesungen und Arbeiten zunehmend kritischer. 1964 erfolgte der Ausschluss aus der SED, ein Jahr darauf verlor er seine Mitgliedschaft in der Akademie der Wissenschaften. 1975 wurde Havemann von der Liste antifaschistischer Widerstandskämpfer gestrichen. 1976 protestierte er gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Havemann wird unter Hausarrest gestellt und 1979 wegen angeblichen Devisenvergehens zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Er engagiert sich für die Polnische Oppsitionsbewegung und unterzeichnete den Appell,,Frieden schaffen ohne Waffen". Am 9.April 1982 starb Robert Havemann in Grünheide. Er wurde 1989 rehabilitiert.
Geschichtliche Entwicklung:
Im Stadtplan von 1925 findet man erstmals die Markendorfer Straße, welche die Hindenburgstraße (August-Bebel-Straße) mit dem Straßenzug Damaschkeweg/Gelbe Presse verband. Die Verlängerung zur Leipziger Straße entstand 1933 und erhielt den Namen Weinbergweg. Im Stadtplan von 1964 hatte der gesamte Straßenzug zwischen August-Bebel-Straße und Wilhelm-Pieck-Straße den Namen Otto-Grotewohl-Straße. Um 1976 wurde diese bis zur Heinrich-Hildebrandt-Straße verlängert. 1992 erhielten Markendorfer Straße und Weinbergweg ihren alten Namen zurück. Der Abschnitt Leipziger Straße- Heinrich-Hildebrandt-Straße wurde 1992 in Robert-Havemann-Straße umbenannt.