Rudolf-Breitscheid-Straße
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00288
Rudolf-Breitscheid-Straße
Inkraft getreten: 1946
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 13 - Halbe Stadt
Ehemalige Straßennamen:
- Hohenzollernstraße, 1885-1946
Erläuterung aktueller Straßenname:
Rudolf Breitscheid wurde am 2.November 1874 in Köln geboren. Breitscheid war ein deutscher Politiker. Er besuchte das Kölner Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Von 1894 bis 1898 studierte Breitscheid Nationalökonomie in München und Marburg. 1898 erwarb er den Doktortitel und war bis 1905 als Redakteur bei diversen Zeitungen tätig. Breitscheid wurde Mitglied der linksliberalen Freisinnigen Vereinigung, ab 1908 war er Vorsitzender der Demokratischen Vereinigung. 1912 wurde Breitscheid SPD-Mitglied, wechselte bereits 1917 zur USPD. Nach der Novemberrevolution war er von 1918 bis Januar 1919 preußischer Innenminister. Zwischen 1920 bis 1933 gehörte dem Reichstag an, war aber 1922 wieder zur SPD zurückgekehrt. Breitscheid galt als führender SPD-Außenpolitiker. Sein Ziel war eine Aussöhnung mit Frankreich, was ihm aus ultrarechten Kreisen viel Hass einbrachte. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten emigrierte er nach Frankreich. Nach der Besetzung des Landes durch die Nazis lieferte ihn das Vichy-Regime an Deutschland aus. Am 24. August 1944 kam Rudolf Breitscheid im KZ Buchenwald ums Leben. Seine Asche wurde später auf dem Südwestfriedhof Stahnsdorf bestattet. Sein dortiges Grab ist heute Ehrengrab der Stadt Berlin.
Geschichtliche Entwicklung:
Ab Mitte des 19.Jahrhunderts begann man über die Mauern der Altstadt hinaus westwärts die Stadt zu erweitern. Nach 1882 war man bestrebt, eine verbliebene Lücke zu füllen. Dabei handelte es sich um die Wolfskute, eine ehemaligen Tongrube. Aus dieser wurde die einstige Ratsziegelei mit Rohstoff zur Ziegelherstellung beliefert. Später wurde die Wolfskute mit Müll und Bauschutt verfüllt. Ab Beginn der 1880er-Jahre entstandennördlich davon immer mehr Häuser mit Vorgärten. Hier entstand eine Verbindungsstraße zwischen Fürstenwalder Straße und Stiftsplatz. Diese war war in ihrer Richtung ebenso wie die einstige Theaterstraße auf die zwischen 1897 und 1899 errichtete katholische Heilig-Kreuz-Kirche ausgerichtet. Die Straße hieß von 1884 bis 1946 Hohenzollernstraße und seit 1946 bis heute Rudolf-Breitscheid-Straße.