Schlageterstraße

Straßenschlüssel:
Schlageterstraße

Inkraft getreten: 1935, Außerkraft getreten: 1948

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Albert Leo Schlageter wurde am 12. August 1894 im Schwarzwaldort Schönau geboren. Schlageter gehörte nach seiner Soldatenzeit im I. Weltkrieg verschiedenen Freikorps an. Er war Mitglied der Großdeutschen Arbeiterpartei. Schlageter erhielt während der französisch-belgischen Ruhrbesetzung wegen und Mitwirkung an Sprengstoffanschlägen von einem französischen Militärgericht die Todesstrafe. Diese wurde am 26. Mai 1923 nahe Düsseldorf vollstreckt. Danach wurde Schlageter zum Märtyrer hochstilisiert, über Parteigrenzen. Nach abgebrochenem Studium trat er im März 1919 in das Freikorps des Hauptmanns von Medem ein. Dieses war eines von mehreren Freikorps für den Lettischen Unabhängigkeitskrieg und an der Eroberung von Riga im Mai 1919 beteiligt. Im Juni schloss Schlageter sich dem Freikorps Horst von Petersdorff an. Die Freikorps bildeten die Deutsche Legion. Ab Anfang 1920 nahm Schlageter mit dem Freikorps Petersdorff am Kapp-Putsch und an der Niederschlagung des linken Märzaufstands im Ruhrgebiet teil. Anfang 1921 beteiligte er sich an Aktionen der illegalen Gruppe „Organisation Heinz“ in Oberschlesien. Zurück im Ruhrgebiet war er an zahlreichen Terroranschlägen beteiligt. Zunehmend distanzierten sich die preußischen Behörden von den Freikorps. Sie untersagten die Terroranschläge und ließen auch Terroristen verhaften, was die nationalistische Presse später dazu veranlasste, die preußische Regierung des Verrats an Schlageter zu beschuldigen.

Geschichtliche Entwicklung:

In den späten 1920er- und 1930er dehnte sich die Bebauung in der Nuhnenvorstadt(West) auch nördlich der Hindenburgstraße (heute August-Bebel-Straße) zwischen den Kasernenkomplexen aus. Auf dem Stadtplan von 1925 findet man die Rathenaustraße. Diese verlief von der Hindenburgstraße nordostwärts und und endete am ,,Klingetal". Spätestens 1934 wurde sie in Schlageterstraße umbenannt. 1948 erfolgte die Rückbenennung in Rathenaustraße.