Siegfried-Kasche-Straße

Straßenschlüssel:
Siegfried-Kasche-Straße

Inkraft getreten: 1938, Außerkraft getreten: 1945

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Siegfried-Kasche-Straße: Siegfried Kasche wurde am 18.Juni 1903 in Strausberg geboren. Er war SA-Obergruppenführer und von 1941 bis 1945 deutscher Gesandter in Kroatien. Als junger Absolvent der Kadettenanstalten Potsdam und Lichterfelde schloss er sich 1919 einem Freikorps an. 1925 wurde Kasche SA-Mitglied und 1926 trat er der NSDAP bei. 1930 wurde er in den Reichstag gewählt, er entging im Rahmen des Röhm-Putsches 1934 knapp seiner Ermordung. Später übte er einige untergeordnete Funktionen in SA und NSDAP aus. Auf Betreiben Außenminister Ribbentrops erhielt Kasche seinen Gesandtenposten. In Kroatien war er an Judendeportationen beteiligt. Er war als ,,Reichskomissar für Moskowien" vorgesehen. Die Alliierten lieferten Kasche nach Kriegsende an Jugoslawien aus. Hier war er neben zahlreichen Ustascha-Funktionären wegen Kriegsverbrechen angeklagt und wurde zum Tod durch den Strang verurteilt. Er wurde am 19. Juni 1947 hingerichtet.

Geschichtliche Entwicklung:

Diese Stadtrandsiedlung im Westen der Nuhnenvorstadt wurde Ende der 1930er-Jahre als sogenannte SA-Siedlung angelegt. Eine nordwärts von der Fürstenwalder Poststraße erhielt den Namen ,,Siegfried-Kasche-Straße". Diese wurde 1945 in ,,Karl-Liebknecht-Straße" umbenannt. 1965 benannte man eine zentrumsnähere, längere Straße in der Oberen Stadt nach Karl Liebknecht. Für die bisherige Karl-Liebknecht-Straße wählte man den Namen Heinrich Heines aus, da die Parallelstraße bereits Schillerstraße hieß..